, 10.03.2021

Das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord ermittelt gegen 14 Tatverdächtige, die im gesamten Bundesgebiet Spielautomaten manipuliert haben sollen, um sich persönlich zu bereichern. Wie die Polizei gegenüber der Presse erklärt hat, seien insgesamt 400 Geldspielgeräte betroffen.

 

Die gewerbsmäßigen Betrüger sollen die Automaten technisch manipuliert haben, indem der Zufallsmechanismus ausgehebelt und Gewinnausschüttungen aktiviert worden seien. Insgesamt hätten sie auf diesem Wege knapp 500.000 Euro erbeuten können.

 

Mutmaßliche Täter hatten Spezialwissen

Wie die Polizei erklärt, sei für eine derartige Manipulation gezieltes Wissen über den technologischen Aufbau und die Funktionsweise von Spielautomaten nötig. Zum Teil hätten die Täter die Geräte aufbrechen und bestimmte Kabel durchtrennen müssen.

 

Da ein derartiges Vorgehen normalerweise die Aufmerksamkeit des Spielhallen-Personals auf sich ziehen würde, liege eine Bestechung der Angestellten nahe, so die Polizei.

Bei ihren Taten nutzten sie Spezialwissen über die Geräte-Funktionen sowie vertrauliche Zugangsdaten, welche sie zum Teil gegen Geldzahlungen von Dritten erhalten hatten […] Sie [das Sicherheitspersonal; Anm. d. Red.] waren insbesondere dafür bezahlt worden, bei offensichtlichen und wiederholten Manipulationen einfach wegzuschauen.

Die Polizei ermittle noch, woher die mutmaßlichen Täter die für die Geräte-Manipulationen nötigen Insider-Informationen erhalten hätten. Im Verdacht stünden zwei Personen, die „den eigentlichen Spielhallen-Betrügern technisches Material und Wissen zur Durchführung der Taten zur Verfügung gestellt“ hätten.

 

Ein großangelegtes Betrugsnetzwerk

Die Polizei ermittle bereits seit Monaten gegen die Bande. Ihren Anfang hätten die Ermittlungen in der bayerischen Kreisstadt Fürstenfeldbruck genommen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord erklärte:

Den Anstoß zu den Ermittlungen hatte ein Betreiber von Spielhallen im Raum Fürstenfeldbruck gegeben. Ihm war aufgefallen, dass an zahlreichen Glücksspiel-Geräten in verschiedenen Spielhallen in der Weise manipuliert worden war, dass ungerechtfertigte Auszahlungen angestoßen wurden.

Im September sei es der Kriminalpolizeiinspektion des Präsidiums dann gelungen, drei tatverdächtige Spielhallenbetrüger in Fürstenfeldbruch auf frischer Tat zu ertappen. Nur einer der der beteiligten Männer stamme direkt aus der Gegend, die anderen beiden kämen aus Dortmund.

 

In Dortmund habe die Polizei dann noch einen weiteren Verdächtigen der Bande festnehmen können. Insgesamt habe sich herausgestellt, dass die Betrüger überwiegend aus Nordrhein-Westfalen stammten, aber bundesweit vernetzt seien.

 

Am 25. Februar habe die Polizei dann weitere Durchsuchungen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland vorgenommen. Von den derzeit 14 mutmaßlichen Tätern befänden sich zum jetzigen Zeitpunkt zwei in Haft.

 

In Abstimmung mit der Kriminalpolizei führe die sachleitende Staatsanwaltschaft München II weitere Ermittlungen durch. Wann die Täter sich vor Gericht verantworten werden müssen, ist noch nicht bekannt.