, 22.09.2020

Jocelyn Zakhour ist von einem Gericht in Australien wegen Betruges zu 4,5 Jahren Haft verurteilt worden. Die 41-jährige Frau wurde für schuldig befunden, zwei Tinder-Bekanntschaften um 780.000 AUD (umgerechnet 483.000 Euro) betrogen zu haben, um ihre Spielsucht zu finanzieren.

 

Zakhour hatte ihre Opfer 2018 auf der Dating-App Tinder kennengelernt. Laut Gericht habe sie ihnen neben falschen Gefühlen auch eine angebliche Investitionsmöglichkeit vorgetäuscht.

 

Angeblicher Kauf einer Farm

Dabei habe es sich um eine Blaubeerfarm gehandelt, die sie zu kaufen beabsichtigte. Für das benötigte Geld versprach sie den Männern hohe Gewinne.

 

Richter Gregory Lyon verurteilte Zakhours Verhalten in seinem Urteil:

Es war eine rücksichtslose Ausbeutung und Sie haben die Fähigkeit beider Männer zerstört, den Menschen um sie herum vertrauen zu können.

Um zusätzlich an Geld zu gelangen, habe sie einem der Männer in 240 E-Mails Gewalt gegen ihn, seine Ex-Frau und die gemeinsamen Kinder angedroht. Dieser habe daraufhin Kredite aufgenommen und 723.000 AUD an Zakhour bezahlt.

 

Im Vergleich dazu sei ihr zweites Opfer etwas glimpflicher davongekommen. Bevor der Betrug aufflog, habe Zakhour den Mann lediglich um 61.000 AUD erleichtern können.

 

Vor Gericht hatte die Angeklagte wenig Anteilnahme an den Schicksalen ihrer Opfer gezeigt. Die Männer seien selbst schuld gewesen, schließlich hätten sie ihr noch geglaubt, auch nachdem ihre Lüge aufgeflogen sei.

Die nun verurteilte Zakhour war Stammgast im Melbourne Crown Casino und hat lange Zeit in einem der Hotelapartments des Resorts gewohnt. Eigenen Angaben zufolge verspielte sie in dem Casino einen Großteil der Beute. Die hohen Umsätze hatten der Frau bei Crown den Status einer VIP-Spielerin eingebracht.

Um einer höheren Strafe zu entgehen, legte Zakhour ein umfängliches Geständnis ab. Sie erklärte sich der betrügerischen Täuschung und der Erpressung in Tateinheit mit Nötigung schuldig.

 

Richter Lyon ließ allerdings nur wenig Milde walten, denn von den 4,5 Jahren muss die Verurteilte mindestens 2,8 Jahre absitzen, ehe sie eine Bewährungsstrafe beantragen kann.

 

Neben der Haftstrafe wurde sie zur Rückzahlung des ergaunerten Geldes verurteilt. Es könnte jedoch noch dauern, bis dies in vollem Umfang geschehen ist. Australischen Medien zufolge habe Zakhour bisher erst rund ein Zehntel der Summe an die beiden Männer zurückgezahlt.