, 17.12.2019

Wie die britische Zeitung „Metro“ am Sonntag berichtete, soll ein 23-jähriger pathologischer Spieler zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden sein. Jack Conway Baker aus Redruth, England, soll ein weibliches Fake-Profil auf der Dating-Plattform Tinder erstellt und Männern Nacktfotos geschickt haben. Daraufhin soll er diese um insgesamt 14.000 GBP erpresst haben, um seine Spielsucht zu finanzieren.

 

Laut der Staatsanwaltschaft habe Baker im Jahre 2017 auf Tinder ein Profil erstellt, in dem er sich als junges Mädchen namens Courtney Hall ausgegeben habe. Anschließend habe er mehrere Männer kontaktiert und diese dazu verleitet, Nacktbilder zu erwerben.

Was ist Tinder?

 

Tinder ist eine mobile Dating-App, die das Kennenlernen von Personen in der näheren Umgebung ermöglicht. Der Tinder-Account lässt sich mithilfe des Facebook-Profils erstellen. Dem Nutzer werden dann Personen vorgeschlagen, die ihm gefallen könnten und mit denen er in Kontakt treten könnte.

Tinder-Nutzer erpresst

Einer der Betroffenen soll zuerst eine Bilderserie für 50 GBP gekauft haben, später habe er über 300 GBP für Nacktfotos ausgegeben. Anschließend habe sich Baker als älterer Bruder des Mädchens ausgegeben und sich mit den Männern in Verbindung gesetzt. Er soll ihnen mitgeteilt haben, dass es sich bei Courtney Hall um eine Minderjährige handele.

 

I saw you on Tinder, Schrift

Mann drohte seinen Opfern. (Bild: flickr, Global Panorama)

Daraufhin habe Baker von zwei Opfern Geld gefordert. Er soll gedroht haben, anderenfalls Freunde, Familie und Arbeitgeber zu kontaktieren, um diesen über die Aktivitäten auf der Dating-Plattform Tinder zu berichten.

 

Staatsanwalt Philip Lee teilte dem Truro Crown Court (Link auf Englisch) mit, dass einer der Männer 1.000 GBP gezahlt habe. Danach soll der Mann aber weitere Forderungen über verschiedene Social-Media-Netzwerke erhalten haben.

 

Staatsanwalt Lee führte aus:

„Das Opfer erhielt daraufhin eine Snapchat-Nachricht von jemandem, der sich als Courtneys Bruder ausgab. Er sagte, dass sie minderjährig sei und dass er es ihren Eltern und der Polizei mitteilen würde, wenn das Geld nicht bezahlt würde. Er erklärte sich bereit, 1.000 Pfund zu zahlen und erhielt dann weitere Forderungen über Snapchat und andere Social-Media-Netzwerken.”

Baker soll dem Mann zudem gesagt haben, dass er wisse, wo er wohne und arbeite. Um seine Aussagen zu bekräftigen, habe sich Baker sogar als Polizeibeamter ausgegeben und gesagt, dass die Forderungen ein Ende nähmen, wenn er eine letzte Zahlung tätige. Insgesamt soll das Opfer, das angegeben habe, heute unter Angstzuständen und Stress zu leiden, 7.500 GBP an Baker gezahlt haben.

 

Ähnlich sei es einem anderen Opfer ergangen. Der Betroffene soll insgesamt 6.495 GBP an Baker gezahlt haben, nachdem er von diesem täglich mehr als 30 Nachrichten erhalten habe, in denen er gedroht und Geld gefordert haben soll.

 

Erpressung wegen Spielsucht

Martin Pearce, Bakers Rechtsanwalt, erklärte vor Gericht, dass sein Mandant in einem Familienunternehmen im Außendienst tätig sei und jährlich 33.000 GBP verdiene.

 

Als er aber die Straftaten begangen habe, sei er spielsüchtig gewesen. Er habe seine Spielsucht mithilfe von Therapien und professioneller Unterstützung besiegen können.

 

Richter Simon Carr schien wenig überzeugt durch die Begründung und sagte im Rahmen seiner Urteilsverkündung:

„Sie haben Ihre Forderungen mit Androhung von Gewalt bekräftigt und gesagt, dass Sie die Wohnadresse und die Adresse des Arbeitsplatzes kennen. Sie haben sogar die Rolle eines Polizeibeamten angenommen. Dies waren ausgeklügelte Handlungen, und die Bedrohungen wurden ständig wiederholt.“

Richter Carr verhängte gegen den Angeklagten schließlich eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und forderte ihn zudem auf, den Opfern die erpressten Gelder zu erstatten.