, 20.04.2020

Ein spielsüchtiger Brite hat sich Ende letzter Woche vor dem Crown Court Birmingham wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf ein William Hill-Wettbüro verantworten müssen. Wesley Reddall (20) soll am 5. Dezember letzten Jahres einen Angestellten mit einem Messer bedroht haben, als dieser die Tageseinnahmen verwahren wollte.

 

Laut der Birmingham Mail [Seite auf Englisch] habe Reddall den gesamten Tag innerhalb des Wettbüros verbracht und Hunderte von Pfund an Spielautomaten verspielt. Das Geld habe er für Weihnachtseinkäufe angespart, es dann aber gänzlich verzockt.

Der britische Buchmacher William Hill wurde im Jahr 1966 gegründet und zählt damit zu den ältesten Wettanbietern Großbritanniens. Im Jahr 2019 gab es im Land knapp 7.200 William Hill-Filialen. Auch auf 36 der 59 aktiven Pferderennstrecken des Landes stellte der Buchmacher seine Wettangebote bereit.

Bei Ladenschluss habe er das Geschäft kurz zum Rauchen verlassen, dann aber um erneuten Einlass gebeten. Da der Angestellte ihm vertraut habe, habe er ihn noch einmal Zutritt gewährt. Doch statt zu seinem Glücksspiel zurückzukehren, habe er ein Messer gezückt und den Angestellten bedroht.

 

Zu dieser Zeit habe sich keine weitere Person im Wettbüro befunden und die Türen seien bereits elektronisch verriegelt gewesen. Der in die Enge getriebene Angestellte habe daraufhin Geldscheine im Wert von 1.400 GBP und Münzen im Wert von 300 GBP herausgegeben.

 

Der Täter habe dann wissentlich den Feueralarm ausgelöst, um die elektronische Türsperre auszuhebeln und zu fliehen.

 

Vorstrafe führt zu dreieinhalb Jahren Haft

Da er sich vor seiner scheinbar ungeplanten Tat bereits viele Stunden innerhalb des William Hill-Shops aufgehalten habe, sei es für die Polizei leicht gewesen, anhand der Aufnahmen der Überwachungskameras ein Fahndungsfoto zu erstellen.

 

So habe kurz darauf ein Polizeibeamter den vorbestraften Reddall identifizieren und aufsuchen können.

 

Am 19. Februar fand im Birminghamer Crown Court die erste Anhörung statt. Bei der zweiten Anhörung am Freitag vergangnener Woche verkündete Richterin Sarah Buckingham das Urteil.

Sie haben sich den ganzen Tag dort aufgehalten und er (das Opfer) dachte mit Sicherheit, dass er Ihnen trauen könnte. Er hat Sie darauf hingewiesen, dass alles per Überwachungskamera aufgezeichnet wird, aber das hat Sie nicht aufgehalten. Er hatte Angst um seine Sicherheit.

Die Richterin soll weiterhin ausgeführt haben, dass Reddall sich seiner Spielsucht bewusst gewesen sei und sich hätte Hilfe suchen müssen. Mildernde Umstände habe er daher nicht erhalten.

 

Reddall sei daher zu dreieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden.