Donnerstag, 11. August 2022

Britische Buchmacher feiern Sport­wetten-Rekord zum Finale der Frauen-EM

Wembley-Stadion Finale Frauen-EM Das Frauen-EM-Finale war für Sportwetten-Anbieter ein großer Zahltag (Bild: Flickr/Daniel, CC BY 2.0)

Am vergangenen Sonntag fieberten Millionen von Fans beim Finale der Frauen-EM mit ihren Lieblingsteams mit. Doch nicht nur die übertragenden Sender konnten Rekordquoten verbuchen. Am Mittwoch gab der Glücksspiel-Konzern Flutter Entertainment bekannt, dass bei seinen Sportwetten-Marken für das Finale über 840.000 Wetten eingegangen seien.

Der Konzern, zu dem unter anderem die Buchmacher Paddy Power und Sky Betting gehören, habe für den Finaltag ein Wettvolumen von 4,7 Mio. GBP (5,6 Mio. Euro) registriert. Dabei hätten knapp drei Viertel auf das nach der Verlängerung siegreiche englische Team gesetzt.

Viele Live- und Sonderwetten

Besonders beeindruckt zeigte sich Flutter von der großen Zahl an Live-Wetten, die während des Finales eingegangen seien. Demnach hätten in diesem Zeitraum allein bei Sky Betting rekordverdächtige 78.000 Sportwetten-Fans ihre Einsätze platziert.

Die für das Finale genannten Zahlen passen zu den guten Ergebnissen, die Sportwetten-Anbieter von der gesamten Frauen-EM meldeten. Ein besonders starkes Wachstum habe eigenen Angaben zufolge der Glücksspiel-Konzern Entain erfahren, dessen Sportwetten-Marken Ladbrokes und Coral gegenüber dem vergangenen Turnier um das Fünffache zugelegt hätten.

Doch auch Paddy Power und Sky Betting äußerten sich zufrieden über das während der EM erzielte Wettvolumen. Während der irische Sportwetten-Anbieter ein 26 %-Plus gegenüber der letzten Frauen-WM feierte, bilanzierte Sky Betting Zuwächse von 17 %. Insgesamt habe Sky Betting während der EM gut 930.000 Wetten verbuchen können. Bei Entain seien es insgesamt sogar über 2,3 Millionen Einsätze gewesen, die Spieler im Laufe des Turniers bei dem Buchmacher platziert hätten.

Laut Flutter hätten 142 der aktiven Live-Wetter besonders gute Prognosen getroffen, indem sie auf ein Tor der Engländerin Chloe Kelly in der Verlängerung setzten. Demgegenüber hätten 10.000 Spieler mit ihrem Tipp auf ein mögliches Elfmeterschießen weniger Glück gehabt.

Hält der positive Trend an?

Der herausragende Zuspruch von EM-Zuschauern und Sportwetten-Fans bietet eine große Chance für den Frauenfußball. Vielfach wird jedoch die Frage gestellt, wie der Trend nachhaltig gestaltet werden könnte.

Branchenvertreterinnen äußerten sich in dieser Woche optimistisch, dass dem Frauensport ein langfristiges Wachstum bevorstehe. So erklärte Valentina Francione, Online Business Managerin beim Glücksspiel-Software-Dienstleiser Kiron Interactive, dass der Zuspruch von Frauen gegenüber dem Sport generell zunehme.

Francione betonte gegenüber britischen Medien, dass dies direkten Einfluss auf Sportwetten für Frauen-Wettbewerbe habe:

Man muss sich nur ansehen, wie viele Frauen sich für Sportwetten-Apps anmelden, denn die Wachstumsrate ist großartig. Natürlich wird dies dem Frauensport mehr Aufmerksamkeit verschaffen, worüber wir uns sehr freuen.

Voraussetzung für ein weiteres Wachstum sei eine gleichberechtigte Behandlung des Frauensports. Es müsse den Zuschauern bei vielen Sportarten gleich sein, ob Frauen oder Männer beteiligt seien. Wenn dies erreicht sei, werde sich auch das Wettvolumen angleichen.

Die Sportwetten-Umsätze der kommenden Frauen-Turniere dürften zeigen, wie nachhaltig der Trend tatsächlich ist. Die Frauen-EM in England hat jedoch gezeigt, welch hohe Sportwetten-Umsätze möglich sind.