, 21.01.2019

In den USA droht vielen Betreibern von Online-Glücksspielen das Aus, denn das Justizministerium plant, die Gesetzeslage zu verschärfen. Die Behörde orientiert sich dabei an der Argumentation des 85-jährigen US-Milliardärs und Casino-Magnaten Sheldon Adelson, der seit Jahren gegen die Online Casinos zu Felde zieht.

 

Vielen Online Glücksspielanbietern droht das Aus

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Wie weit geht die US-Justiz? (Bild: Wikipedia)

Grundlage für die veränderte rechtliche Grundlage ist eine Neuauslegung des Wire Acts, der viele Formen des digitalen Glücksspiels in den USA verbietet. 2011 war diese Regelung von der Obama-Administration aufgeweicht worden, sodass in Folge unzählige Internet-Anbietern aufmachten. Von einem möglichen Bann wären nicht nur Online Casinos betroffen, denn die Initiatoren beziehen sich auf sämtliche Formen des Glücksspiels.

 

Die seit der Entscheidung von 2011 in Staaten wie Nevada, Delaware oder New Jersey geöffneten Onlineanbieter könnten im schlimmsten Fall gezwungen sein, ihre Geschäfte zu schließen.

 

Zurzeit steht noch nicht endgültig fest, wie weit das Justizministerium gehen wird. Aktuelle Aussagen dürften sich für die Onlineanbieter jedoch erschreckend anhören. So erklärte der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein:

Unternehmen, die auf Basis der Entscheidung von 2011 ein Geschäft betreiben, bekommen ein 90-tägiges Zeitfenster, um ihr Angebot der Gesetzeslage anzupassen und den Wire Act nicht (weiter) zu verletzen.

Darüber hinaus könnten auch Sportwetten unter die verschärfte Auslegung des Wire Acts fallen. Diese waren erst im letzten Sommer in den USA legalisiert worden, woraufhin bei den Online-Wettbüros ein wahrer Boom ausgebrochen war.

 

Sheldon Adelson macht sich seit Jahren gegen Online Casinos stark

Die aktuelle Begründung des amerikanischen Justizministeriums ähnelt dabei verblüffend der Argumentation des US-Milliardärs Sheldon Adelson. Der Casino-Mogul ist einer der schärfsten Gegner des Online-Glücksspiels in den Vereinigten Staaten.

 

Sheldon Adelson

Sheldon Adelson (Bild: Wikipedia)

Nach eigenen Angaben sind seine geschäftlichen Interessen jedoch nicht die Ursache für seine ablehnende Haltung. Sheldon Adelson gibt stattdessen hauptsächlich ethische Aspekte als seine Beweggründe an.

 

Um seiner strikten Ablehnung mehr Durchschlagskraft zu verschaffen, ließ Adelson bereits im letzten April von Lobbyisten eine Studie erstellen, die die nachteiligen Auswirkungen des Glücksspiels im Internet verdeutlichte. Zudem seien die 2011 eingeleiteten Erleichterungen des Wire Acts fehlerhaft und müssten deshalb rückgängig gemacht werden.

 

Die Studie wurde den Justizbehörden und dem damaligen Justizminister Jeff Sessions Ende des letzten Jahres zugestellt. Wie es scheint, hat sich das Justizministerium diese Auffassung nun selbst zu eigen gemacht. So lassen sich zumindest die jüngsten Aussagen deuten, nach denen die Entscheidung von 2011 ein Fehler sei.

Casino-Magnat Adelson einer der reichsten Amerikaner
Als Besitzer der Las Vegas Sands-Group ist Sheldon Adelson einer der größten Betreiber von Casino-Resorts in den USA. In Las Vegas zählen dazu unter anderem milliardenteure Etablissements wie das Luxor, Mirage oder MGM Grand, die neben riesigen Glücksspiel-Bereichen mit unzähligen Slots und Spieltischen Hotels mit Tausenden von Zimmern beherbergen. Doch die Sands-Gruppe ist auch international aktiv. So gehören das imposante, 2010 in Singapur eröffnete Marina Bay Sands sowie das Sands Macau und das Venetian Macau Resort Hotel zu den spektakulären Highlights des Konzerns.

 

Mit diesen Glücksspiel-Tempeln und anderen Immobilienprojekten verdiente Adelson innerhalb der letzten 30 Jahre viele Milliarden US-Dollar und wurde so zu einem der reichsten Menschen der USA. Mit einem Vermögen von 37 Milliarden US-Dollar führte ihn das US-Magazin Forbes 2017 auf seiner Liste der weltweit reichsten Menschen auf Platz 20.

Die scharfe Kritik des Selfmade-Milliardärs am Online-Glücksspiel ist deshalb überaus verständlich; bedrohen die Online Casinos und Internet-Buchmacher doch die Umsätze in seinem angestammten Casino-Geschäft.

 

Adelson einer der wichtigsten Großspender der Republikaner

Die übereinstimmende Meinung von Justizbehörde und Adelson hat einen schalen Beigeschmack, denn der Miteigentümer der Sands-Gruppe gehört zu den größten Spendern der unter US-Präsident Trump regierenden Republikaner.

 

Nicht erst seit der im Jahr 2012 gescheiterten Kampagne des Kandidaten Mitt Romney um die US-Präsidentschaft hat Adelson schätzungsweise mehrere hundert Millionen US-Dollar an die Partei überwiesen. Allein für die feierliche Amtseinführung von Donald Trump spendierte der Milliardär fünf Millionen US-Dollar.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass die Nähe zwischen den Republikanern und Sheldon Adelson öffentlich Aufmerksamkeit erregt. So setzte sich der US-Präsident Medienberichten zufolge schon 2017 bei einem Japan-Besuch für den Sands-Boss ein. Dabei ging es um die bevorstehende Legalisierung von Spielcasinos im Land der aufgehenden Sonne.

 

Den Berichten nach machte Trump sich bei einem Treffen mit Ministerpräsident Abe für die Vergabe einer Lizenz an den großzügigen Wohltäter der Republikaner stark. Sollten die USA das Online-Glücksspiel nun tatsächlich weiter einschränken, wäre dies sicher ein äußerst willkommenes Geschenk für Adelson und alle anderen Casino-Konzerne.

 

Es scheint jedoch sicher, dass eine Verschärfung des Wire Acts eine langwierige juristische Auseinandersetzung nach sich ziehen dürfte; schließlich stehen auch für die Betreiber der Online Casinos Milliardensummen auf dem Spiel.

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