, 10.02.2020

Das Automaten-Glücksspiel ist in Berlin auf dem Rückzug. Wie die Berliner Morgenpost unter Berufung auf eine Auskunft der Finanzstaatssekretärin Vera Junker berichtet, hätten im Jahre 2019 insgesamt 80 Spielhallen ihren Betrieb in der Hauptstadt eingestellt. Weitere 1.700 Spielgeräte seien in den Berliner „Casino-Cafés“ aus dem Verkehr gezogen worden.

 

Laut Daniel Buchholz (SPD), dessen Partei die parlamentarische Anfrage an die Finanzstaatssekretärin gestellt hat, sei die Reduzierung der Spielhallen ein Zeichen dafür, dass ein strengeres Spielhallengesetz „deutlich seine Wirkung“ zeige.

Die wichtigsten Regeln des Berliner Spielhallen-Gesetzes:

  • Pro Gebäude nur noch eine Spielhalle
  • 500 Meter Mindestabstand bis zur nächsten Spielhalle
  • 200 Meter Abstand zu Schulen und Jugendeinrichtungen
  • Schließzeiten zwischen 3:00 und 11:00 Uhr
  • Keine kostenlosen Getränke und Speisen

Welche Stadtviertel sind vom Spielhallen-Sterben betroffen?

 

Das Berliner Spielhallengesetz, welches im Jahre 2011 beschlossen und im Jahre 2016 nochmals verschärft wurde, scheint vor allem in Mitte gegriffen zu haben. Nach Angaben der Finanzverwaltung seien im Zentrum Berlins 27 Spielhallen geschlossen worden.

 

Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf (12 Spielhallen-Schließungen) und in Pankow (9 Spielhallen-Schließungen) habe sich die Zahl der Glücksspiel-Betriebe verringert.

 

Verantwortlich für den jüngsten Rückgang des Glücksspiels an Automaten könnte zudem eine seit November 2019 geltende Regel sein. Sie erlaubt Gastronomen das Aufstellen von zwei statt bisher drei Spielautomaten.

 

SPD wertet Rückgang des Glücksspiels als Erfolg

 

SPD-Politiker Buchholz, der sich in Berlin schon seit Jahren für striktere Kontrollen der Spielhallenbetriebe einsetzt, führe die Schließungen auf einen erhöhten behördlichen „Verfolgungsdruck“ zurück, so die „Morgenpost“.

 

Ein positives Zeichen, allerdings fehle es immer noch an der Einrichtung einer zentralen Sperrdatei für pathologische Spieler. Eine solche wurde in Berlin bereits im Jahre 2016 beschlossen, bisher jedoch nicht umgesetzt.

 

In der Hauptstadt könnte das Register einen großen Unterschied machen. Experten schätzen, dass bis zu 50.000 Berliner unter einem problematischen Spielverhalten leiden. Auch sie tragen dazu bei, dass an den Berliner Spielautomaten täglich fast 600.000 Euro verzockt werden.

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