Donnerstag, 06. Oktober 2022

Studie: Globale Zunahme von illegalen Sportwetten-Angeboten

Logo ARF-Report Illegale Sportwetten nehmen laut ARF zu (Bild: asianracing.org)

Illegale Online-Sportwetten-Angebote sind weltweit auf dem Vormarsch. Dies ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie [Seite auf Englisch] des Asian Racing Federation Council on Anti-illegal Betting and Related Financial Crime (ARF Council). Diesem zufolge sei nur eine Minderheit der untersuchten Sportwetten-Anbieter lizenziert und reguliert.

Die Analysten der Organisation förderten zutage, dass 61 % aller Sportwetten-Angebote entweder nicht ausreichend reguliert oder nicht lizenziert seien. Lediglich 39 % der untersuchten Online-Buchmacher hätten demnach über die nötigen Lizenzen verfügt und böten legale Wetten an.

Für die Studie analysierte das ARF Council insgesamt 534 Online-Sportwetten-Seiten auf der ganzen Welt. Darunter befanden sich 262 Angebote mit jeweils über einer Million monatlichen Visits. Hinzu kamen 93 zufällig ausgewählte Online-Buchmacher sowie eine Liste mit 179 Unternehmen, die bereits vorher im Verdacht standen, unlizenziert und unreguliert zu sein.

Als unreguliert bezeichnet das ARF Council Unternehmen mit einer Lizenz aus Ländern wie Malta oder Gibraltar, die Sportwetten auch in anderen Ländern, in denen sie keine Lizenz besitzen, anbieten.

Erhebliche Zunahme der „Mirror Websites“

Dazu fallen Laut ARF Council auch sogenannte „Mirror Websites“ in die Kategorie der unregulierten Angebote. Diese gespiegelten Seiten, bei denen eine identische Webseite über eine Vielzahl von URLs verfügt, dienten dazu, staatliche Glücksspiel-Kontrollen zu erschweren.

ARF-Vertreter warnen, dass der Einsatz dieser Seiten derzeit erheblich zunehme. Einige Sportwetten-Anbieter würden über die Mirror Sites mittlerweile höheren Traffic als auf ihrer Hauptseite generieren.

Die unregulierten Anbieter erhalten ihre Lizenzen nach ARF-Angaben hauptsächlich aus drei Staaten. Demnach stammten diese zu 62 % aus Curaçao, Malta und von den Philippinen. Dabei liege der Karibikstaat mit 31 % vor Malta (18 %) und den Philippinen (13 %).

Große Unterschiede in Teilbereichen

In den verschiedenen Segmenten der untersuchten Anbieter variierten die Ergebnisse mitunter erheblich. Bei den bereits als verdächtig eingestuften Webseiten seien 89 % tatsächlich illegal und unreguliert. Bei den zufällig ausgewählten Online-Buchmachern hingegen sei dies nur bei 23 % der Fall gewesen. Dort sei mit 54 % gut die Hälfte der Angebote legal und reguliert.

ARF-Chairman Winfried Engelbrecht-Bresges warnte trotzdem:

In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass die weltweite Zunahme illegaler Wetten die Integrität des Rennsports und anderer Sportarten, das Wachstum der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität und die Schädigung der Kunden durch Glücksspiele stark gefährdet. Es ist klarer denn je, dass illegale Wetten ein großes, aktuelles, globales soziales Problem sind, das weiterhin Aufmerksamkeit erfordert.

Immerhin sehe das Ergebnis bei den populären Webseiten besser aus. Bei den größeren Sportwetten-Anbietern steige der Anteil der lizenzierten und regulierten Betreiber auf 60 %. Weitere 23 % von ihnen seien lizenziert, offerierten ihr Angebot jedoch zumindest teilweise in nicht ausreichend regulierter Weise.

Doch auch 17 % der großen Online-Buchmacher verfügten über keine Lizenz und seien in unregulierten Märkten aktiv. Das Problem mit illegalen Anbietern betreffe somit den gesamten Online-Sportwetten-Markt, so das Fazit des ARF-Councils.