Montag, 28. November 2022

100-Millionen-Euro-Deal: Britisches Team17 übernimmt deutschen Games-Entwickler Astragon

Videospiel, Bus, Gebäude, Bäume Astragon Entertainment ist bekannt für seine Simulationsspiele. (Bild: astragon.de)

In der Games-Branche hat es erneut einen Millionen-Deal gegeben. Der börsennotierte britische Publisher Team17 Group hat den deutschen Spieleentwickler Astragon Entertainment GmbH für einen Gesamtkaufpreis von 100 Mio. Euro übernommen. Dies gab Astragon am Donnerstag in einer Pressemitteilung [Seite auf Englisch] bekannt.

Wie das Unternehmen mitteilte, stehe die Übernahme von Astragon im Einklang mit der Wachstumsstrategie des Unternehmens und bringe zudem eine Reihe von Vorteilen mit sich.

Astragon könne nun auf seinen bestehenden Grundlagen aufbauen, um sein gestecktes Ziel zu erreichen. Der Entwickler, der sich auf Simulationsspiele wie Bus-, Landwirtschafts-, Bau- und Police-Simulator spezialisiert hat, wolle eine globale Spitzenposition in diesem Genre erreichen.

Für die Co-CEOs von Astragon Entertainment, Julia Pfiffer und Tim Schmitz, sei Team17 das ideale Zuhause, da beide Partner die gleichen Visionen teilten:

Unser Ziel ist es, die Nummer eins im Bereich „Arbeits“-Simulationsspiele zu werden. Die Zusammenarbeit mit Team17 wird Astragon ermöglichen und dabei helfen, diese Strategie weiterzuentwickeln und sich darauf zu konzentrieren. Wir freuen uns auf die Möglichkeiten, die sich durch die Zusammenarbeit mit einem unserer Meinung nach großartigen Partner eröffnen, um unsere Ambitionen umzusetzen.

Eine lohnende Investition für Team17

Astragon hat sich als profitables Unternehmen erwiesen. Zwischen 2017 und 2020 habe der Entwickler laut der Pressemitteilung einen Gewinnzuwachs (EBITDA) von 45 % und ein Umsatzwachstum von 18 % verzeichnen können.

Im Geschäftsjahr 2020 konnte Astragon 26 Mio. Euro Umsatz und 5,7 Mio. Euro EBITDA vorweisen. Zum 31. Dezember 2020 hatte Astragon ein geprüftes Nettovermögen von etwa 13,8 Mio. Euro.

Die Übernahme beschleunige den Einstieg von Team17 in das Genre der Simulationsspiele. Die Gruppe glaube, dass sich die Nachfrage nach dieser Art von gewaltfreien und kooperativen Unterhaltungsspielen infolge der COVID-19-Pandemie gesteigert habe.

Team17 auf Expansionskurs

Nach Aussage von Team17-CEO Debbie Bestwick sei das Unternehmen bestrebt, mit den Produkten ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Der im englischen Wakefield ansässige Publisher hat sich bereits einen Namen mit der Entwicklung von Indie-Videospielen und Lern-Apps für Kinder gemacht.

Erst vergangene Woche hat sich Team17 für 31 Mio. GBP (37,14 Mio. Euro) die Exklusivrechte an dem populären Taktik-Shooter Hell Let Loose (HLL) des Entwicklers Black Matter Pty Ltd gesichert. Zudem investierte Team17 100 Mio. USD (87,23 Mio. Euro) in die Übernahme des US-amerikanischen Indie-Publishers „The Label“.

Mit den jüngsten Akquisen habe Team17 seinen breiten Querschnitt von Spielern, der mehrere Genres und Altersgruppen umfasse, erheblich erweitern können, erklärte Bestwick.