, 11.07.2020

Ein junger Brite hat die für seine Ausbildung angesparten Rücklagen mit dem Kauf von Lootboxen im Spiel FIFA Ultimate Team verloren. In einem Video teilt der heute 21-Jährige seine Geschichte und warnt eindringlich vor den glücksspielartigen In-Game-Käufen.

 

3.000 GBP für Packs

 

In einem von der BBC veröffentlichten Video [Seite auf Englisch] spricht Jonathan Peniket darüber, wie er die Kontrolle über sein Kaufverhalten von FIFA-Lootboxen verlor. Insgesamt habe er so rund 3.000 britische Pfund (ca. 3.350 Euro) verpulvert.

 

Heute beschreibt Peniket sein damaliges Verhalten als eindeutig das eines Süchtigen. Die In-Game-Angebote des Fußballklassikers seien nichts anderes als Glücksspiel.

Im Ultimate Team Modus des Fußball-Games FIFA kann der Spieler mit Echtgeld sogenannte Packs erwerben. Diese können besonders wertvolle Akteure erhalten, die dem Team Vorteile verschaffen. Vorher ist nicht klar, ob Packs Erhofftes oder Wertloses enthalten. Mit der Höhe des investierten Geldes steigt somit lediglich die Wahrscheinlichkeit, ein Top Team zusammenstellen zu können. Eine Garantie gibt es nicht.

Er habe 2012 begonnen, für ihn zurückgelegte Gelder in Packs zu investieren, so Peniket. Der Kontrollverlust sei schleichend gekommen. Zunächst hätten sich mehrere Käufe als erfolgreich erwiesen. Doch obwohl er versucht habe, sich darüber zu freuen, sei stets das Gefühl geblieben, mehr erreichen zu können. Dementsprechend seien seine Einsätze stetig gestiegen.

 

Lootboxen als Trost

 

Im Jahr 2017 sei die Situation eskaliert. So habe er sich im Vorfeld seiner Abschlussprüfungen befunden, zudem sei bei seiner Mutter eine Krebserkrankungen diagnostiziert worden. Beides habe ihm sehr zugesetzt. Im Kauf von Packs habe er Erleichterung gesucht:

Ich habe nach irgendeiner Möglichkeit gesucht, damit umzugehen. Der Kick beim Öffnen der Packs bot mir einen Ausweg. Jedes vernünftige Gefühl für Verhältnismäßigkeit und den Wert des Geldes, das meine Eltern und Großeltern für mich gespart hatten, verschwand allmählich.

Als das Ersparte aufgebraucht gewesen sei, sei ihm klar geworden, dass er die gesamten Rücklagen, die für seine Zukunft gedacht gewesen seien, einfach verloren habe.

 

Er wolle betonen, so der junge Mann heute, dass es ihm keinesfalls an elterlicher Fürsorge oder Aufsicht gefehlt habe. Vielmehr sei er irgendwann dazu übergangenen, seine Aktivitäten vor seiner Familie zu verbergen.

 

Heute, so Peniket, schulde er es seinem jüngeren Selbst und anderen, vor den glücksspielartigen Packs zu warnen. Deshalb unterstütze er auch die wiederkehrende Forderung nach einem Lootboxen-Verbot für Minderjährige.

Similar Guides On This Topic