, June 11, 2019

Der US-amerikanische Pokerspieler Kevin Roster (36) aus New Jersey ist schwer an Sarkom, einer seltenen Krebsart, erkrankt und hat nach Aussage der Ärzte nur noch wenige Wochen zu leben. Nun will er ein letztes Mal bei der WSOP in Las Vegas spielen, bevor er aus dem Leben scheidet.

 

Roster hatte schon immer den Traum, ein WSOP Bracelet zu gewinnen. Außerdem möchte er Geld gewinnen, das er seinem Sohn hinterlassen kann. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, der Roster zu dieser Entscheidung bewegt hatte.

 

Er möchte das Bewusstsein für diese tödliche Krankheit schärfen und sich darüber hinaus für den assistierten Tod einsetzen. In Kalifornien, wo Euthanasie legal ist, will er mit der Unterstützung eines Arztes friedlich und in Würde sterben.

Das Recht, in Würde zu sterben

 

Der End-of-Live Option Act [Seite auf Englisch] ist ein kalifornisches Gesetz, das unheilbar kranken erwachsenen Patienten, die in der Lage sind, medizinische Entscheidungen zu treffen, die Verabreichung eines Medikaments zur Sterbehilfe gestattet, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

 

Dieses Gesetz wurde im Oktober 2015 verabschiedet und trat im Juni 2016 in Kraft. Kalifornien ist der fünfte US-Staat, der ein Gesetz zur Sterbehilfe verabschiedet hat.

Aktuell ist Roster in Las Vegas, um an der WSOP 2019 teilzunehmen und in den letzten Wochen, die ihm verbleiben, etwas zu tun, was er liebt, nämlich Poker zu spielen.

 

Doch dabei möchte er auch über die Krankheit Sarkom aufklären. Er sagte:

„Ich bin hier, um die Leute über Sarkom zu informieren. Ich werde in verschiedenen Turnieren mitspielen und mit den Leuten sprechen.“

Der 36-Jährige möchte seine Botschaft vermitteln, indem er während der Turniere ein spezielles T-Shirt trägt, dessen Vorder- und Rückseite eine Reihe von Fakten und Zahlen zum Thema Sarkom enthält, einschließlich eines Links zu seiner Webseite.

 

Kevin Roster, Pokerspieler

Kevin Roster möchte zum letzten Mal an der WSOP 2019 teilnehmen. (Bild: youtube.com)

Roster war sehr aktiv in den sozialen Medien und war für Fragen offen. Er sagte, dass er einfach hätte zu Hause bleiben können, um über sein Schicksal zu klagen.

 

Aber er habe sich entschlossen, zur World Series of Poker zu fahren, um sein Leben so zu leben, wie er es immer getan habe.

 

Kevin Roster beim Main Event

Zu Rosters letzten Wünschen gehöre auch, am Main Event der WSOP 2019 teilzunehmen. Im Falle, dass er gewinne, wolle er einen Teil des Geldes spenden. Den Rest solle sein Sohn erhalten.

 

Davon hörte auch der US-amerikanische Poker Pro Greg Merson (31), der Gewinner des WSOP Main Events 2012. Er will Roster nun die Teilnahme am Main Event ermöglichen.

 

Auf Twitter postete er:

„Ich habe mich privat darum bemüht, Kevin die kostenlose Teilnahme am Main Event zu ermöglichen., aber er stellte klar, dass es ihm sehr wichtig ist, dass sein Fall wahrgenommen wird. Deshalb wollte ich dies mit meinen Followern teilen. GL @KevinRacksPoker, und ich freue mich darauf, dich bald in Vegas zu treffen.“

 

Twitter Post von Greg Merson

Poker Pro Greg Merson ermöglicht Roster die Teilnahme am Main Event. (Bild: twitter.com)

 

Roster bedankte sich für die Chance, am Main Event teilzunehmen. Er hoffe nun, dass die Krankheit nun noch mehr Beachtung finden werde.

 

Er ergänzte:

„Ich hoffe nur, dass ich den Rest der Series überstehen kann, und auch danach, bis das Leben wirklich nicht angenehm zu leben ist. In diesem Moment werde ich mich meiner Entscheidung stellen müssen. Wenn ich nicht mehr aus dem Haus komme, ist der Zeitpunkt wahrscheinlich für mich gekommen.“

Kevin Roster und seine Leidenschaft für Poker

Vor der Krebsdiagnose führte Roster ein gutes Leben als semiprofessioneller Pokerspieler und als Betreiber eines Geschäfts für Sammlerstücke. Roster stammt aus Queens, New York.

 

In den frühen 2000ern spielte er in der Underground Pokerszene sowie online, bis Poker im Internet im Jahre 2009 verboten wurde. Schon damals war es Rosters Traum, ein WSOP Bracelet zu gewinnen. Die WSOP 2019 sollte seine letzte Chance sein, diesen Traum wahr werden zu lassen.