, 17.04.2021

Der europäische Fußballverband UEFA hat den russischen Schiedsrichter Sergey Lapochkin im Zusammenhang mit einer Untersuchung zu möglichen Manipulationsversuchen für 90 Tage gesperrt.

 

Im Juli 2018 soll es einen Versuch gegeben haben, Lapochkin zur Beeinflussung des Europa League-Qualifikationsspiels zwischen dem lettischen Klub FK Ventspils und dem französischen Team Girondins Bordeaux (0:1) zu überzeugen. Dies haben russische Medien am Donnerstag berichtet.

 

Zwar habe der Schiedsrichter das Angebot ausgeschlagen, die Annäherungsversuche der Wettschieber jedoch nicht an die zuständigen Stellen der UEFA gemeldet. Medienberichten zufolge sollen lettische Ermittler bei der Auswertung von Telefongesprächen auf Verbindungen zwischen Lapochkin und einen Verdächtigen in dem Fall gestoßen sein.

Daten des Fußballportal Transfermarkt.de zufolge ist Sergey Lapochkin 39 Jahre alt und kommt aus St. Petersburg. In seiner Karriere als Schiedsrichter habe Lapochkin bereits ein Weltmeisterschaftsqualifikationsspiel zwischen Albanien and Liechtenstein gepfiffen. Zudem habe er vier Spiele in der UEFA Champions League-Qualifikation als Schiedsrichter geführt. In deutschen Medien war Lapochkin im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil er den ehemaligen Schalke-Trainer Domenico Tedesco bei einem Spiel in der russischen Liga vom Platz gestellt hatte. Tedesco soll in der Partie einen anderen Schiedsrichter geohrfeigt haben.

Wer sich mit dem Wunsch nach einer Spielmanipulation an Lapochkin gewendet haben soll, ist bislang nicht klar. Auch Details zu etwaigen Schmiergeldzahlungen sind noch unbekannt.

 

Kein Neuling bei Manipulationsverdachten

 

Die Ethik-Kommission der UEFA untersuche den russischen Schiri derzeit wegen potenzieller Verstöße gegen drei Disziplinarregeln.

 

Dabei gehe es um aktiven oder passiven Betrug (Art. 11 (2) (a)), um die mögliche Beeinflussung von Spielverläufen und den Ausgang von Fußballspielen (Art. 12 (2) (a)) sowie die Pflicht zur Meldung von Betrugsversuchen (Art. 12 (2) (b)).

 

Dass eine Fußball-Organisation die Integrität des Schiedsrichters unter die Lupe nimmt, ist kein Novum. Bereits im vergangenen Jahr habe der Fußballverband Russische Fußballunion (RFU) eine Untersuchung gegen Lapochkin eingeleitet und einen Lügendetektortest durchgeführt, berichtet das russische Fußballportal Championat.

 

Damals war es um mögliche Spielbeeinflussungen in der Partie Spartak gegen Lokomotive Moskau (1:1) gegangen. Eine interne Untersuchung hatte jedoch keine Maßnahmen gegen Sergey Lapochkin zur Folge.