, 30.08.2020

Joseph Stahura, Bürgermeister der Stadt Whiting im US-Bundesstaat Indiana, ist von der US-Bundesstaatsanwaltschaft wegen Betruges angeklagt worden. Wie die Behörde [Link auf Englisch] am Donnerstag mitgeteilt hat, habe der Politiker zusammen mit seiner Frau Wahlkampfgelder in Höhe von 255.000 US-Dollar veruntreut und unter anderem in Casinos verspielt.

 

Nach Behördenangaben räume das Ehepaar die wesentlichen Vorwürfe ein.

 

Betrug über Jahre hinweg

 

Laut der Staatsanwaltschaft habe sich der Betrug mit den Wahlkampfgeldern über Jahre hingezogen. Stahura habe seine Karriere als Bürgermeister im Jahre 2004 begonnen und zuvor als Stadtratsabgeordneter und Vorsitzender seines eigenen Wahlkampfkomitees fungiert.

 

Um seine Wiederwahl zu finanzieren, habe das Komitee Geld von Spendern gesammelt. Jedoch seien die Kampagnen-Gelder nicht nur für politische Zwecke verwendet worden. So hätten Stahura und seine Frau zwischen 2014 und 2019 Hunderttausende US-Dollar aus dem Fonds entnommen und für private Zwecke missbraucht.

Betrug und Untreue stehen immer wieder im Zusammenhang mit dem Glücksspiel. Bereits im Januar war ein Influencer aus den USA wegen Betruges von 9,6 Millionen US-Dollar angeklagt worden.

Von den Geldern hätten sie unter anderem private Kreditkartenrechnungen und den Unterhalt der Tochter gezahlt sowie auf Rennstrecken und in Casinos gespielt. 55.780 US-Dollar seien allein für das Glücksspiel verwendet worden. Um seine Machenschaften zu verdecken, habe Stahura unter anderem falsche Angaben in seinen Steuererklärungen gemacht.

 

Erfolgreicher Schlag gegen die politische Korruption

 

US-Staatsanwalt Thomas L. Kirsch II. sagte am Donnerstag, dass die Anklage gegen Stahura ein wichtiger Schlag gegen die politische Korruption sei:

„Meine Behörde hat eine lange Tradition darin, öffentliche Korruptionsfälle im Namen der ehrlichen Bürger unserer Gemeinde aggressiv zu verfolgen. Das wird so lange so bleiben, wie ich US-Anwalt bin. Während die meisten gewählten Beamten professionell und ehrlich dienen, tun dies einige nicht. Diejenigen, die aufgrund ihres öffentlichen Amtes illegal persönliche Gewinne anstreben, werden zur Rechenschaft gezogen.“

Sollte die Öffentlichkeit Informationen über korrupte Beamte besitzen, sollten diese geteilt werden. Bürger könnten sich hierzu persönlich an das FBI wenden, so Kirsch weiter.

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