, 06.10.2020

Ein Damendoppel des französischen Tennisturniers French Open in Paris steht unter Verdacht, manipuliert worden zu sein. Wie die Zeitung Le Point [Seite auf Französisch] heute Morgen berichtet hat, habe die Abteilung für Rennen und Glücksspiel der französischen Justizpolizei eine Untersuchung eingeleitet.

 

Frauendoppel unter Verdacht

 

Das verdächtige Spiel hat am 30. September zwischen den Rumäninnen Andreea Mitu und Patricia Maria Țig sowie dem russisch-amerikanischen Team bestehend aus Madison Brengle und Jana Sisikowa stattgefunden. Bereits vor dem Spiel sei das rumänische Team als Favorit gehandelt worden. Ihr Zweisatz-Sieg mit 7:6 und 6:4 sei daher nicht überraschend gekommen.

Wettbetrug im Tennis

 

Spielmanipulationen im Tennis machen immer wieder Schlagzeilen. Regelmäßig werden neue Fälle bekannt.

 

Wie die Zeitung die Welt Ende vergangenen Jahres berichtet hatte, seien neben mehr als 130 Spielern auch ein deutscher Tennisspieler in einen internationalen Wettskandal verwickelt gewesen. Der Betrug sei von armenischen Mafiagruppen organisiert worden. Die Ermittlungen hätten sich über mehrere Länder erstreckt, darunter Belgien, Spanien, Frankreich und die USA.

 

Gründe für die Verbreitung von Wettbetrug im Tennis lägen vor allem darin, dass sich viele Spieler in finanziell prekären Situationen befänden. Die Coronakrise habe die Lage für viele noch zugespitzt. Zudem sei die Manipulation von Individualsportarten wie dem Tennis leichter umzusetzen als bei Teamsportarten.

Absichtlich Fehler begangen?

 

Die Untersuchungen konzentrierten sich hauptsächlich auf das fünfte Spiel des zweiten Satzes. Auf dieses seien über verschiedene Wettanbieter ungewöhnlich hohe Summen gesetzt worden. Es gehe um mehrere hunderttausend Euro, so Le Point.

Mindestens eine Spielerin sei in den Betrug verwickelt. Auf Spielaufnahmen ist zu sehen, wie die Russin Yana Sizikova zwei Doppelfehler in kurzer Zeit verursacht. Die Untersuchungen sollen nun klären, ob die Spielerinnen an der mutmaßlichen Manipulation beteiligt gewesen seien.

lsa Trochet-Macé von der im Juni neugegründeten französischen Glücksspiel-Behörde Autorité nationale des jeux habe unterdessen kommentiert, dass für das betreffende Spiel keine untypischen Wetten registriert worden seien. Die Tennis Integrity Unit und die Monitoring-Firma Sportradar wollten sich der Welt gegenüber nicht zu den Verdachtsfällen äußern.

Die French Open dauern noch bis zum 11. Oktober. Am heutigen Dienstag finden die Viertelfinalspiele statt. Das Halbfinale soll ab Donnerstag ausgetragen werden.