, 13.05.2021

In der Geschichte der höchsten Fußballliga der Niederlande zeichnet sich zum zweiten Mal ein Wettbetrugs-Skandal ab. Niederländischen Medienberichten zufolge [Seite auf Niederländisch] ermittle die Polizei derzeit gegen einen Spieler, der mutmaßlich eine Gelbe Karte provoziert haben soll. Auf die Verwarnung seien zum Teil hohe Wetteinsätze bei Online-Buchmachern platziert worden.

 

Sparta-Verteidiger Beugelsdijk im Visier

Nach anfänglicher Zurückhaltung der Presse aufgrund der laufenden Ermittlungen haben mehrere Zeitungen mittlerweile den Namen von Tom Beugelsdijk, Verteidiger bei Sparta Rotterdam, genannt. Im Spiel gegen PSV Eindhoven am 16. Januar soll der 30-Jährige einen Gegenspieler außerhalb des eigenen Strafraums angegriffen haben, obwohl keine unmittelbare Torgefahr bestanden habe.

 

Auf einen Verstoß dieser Art wird bekannterweise die Gelbe Karte ausgeteilt. Für Beugelsdijk sei dies die erste und bislang einzige Gelbe Karte seit Saisonbeginn gewesen. Der Club habe jedoch nicht bestätigt, dass es sich tatsächlich um Beugelsdijk handle, der im Zentrum der von der Polizei bestätigten Ermittlungen stehe.

 

Der technische Leiter von Sparta, Henk van Stee, sagte gegenüber dem Nachrichtenportal RTV Rijnmond:

Wir haben ausführlich mit Tom gesprochen. Er sagte uns, er habe nichts falsch gemacht und dass der Verdacht Unsinn sei. Er wisse auch nichts von polizeilichen Ermittlungen. Ebenso wenig haben wir bei Sparta vom KNVB [der niederländische Fußballverband, Anm. d. Red.] oder der Justiz gehört. Wir gehen davon aus, dass er unschuldig ist. Sparta steht hinter Beugelsdijk und glaubt ihm.

Während die niederländische Zeitung NOS den Namen des Spielers nicht nennt, berichtet sie, mit dem Betroffenen gesprochen zu haben. Dieser habe den Journalisten gegenüber erklärt, dass sein Verstoß schlichtweg „ungeschickt“ gewesen sei. Warum mehrere Personen darauf gewettet hätten, sei ihm unklar.

 

Hohe Wetteinsätze auf Verwarnungen ungewöhnlich

In der Tat seien es die ungewöhnlichen Wetten auf die gelbe Karte gewesen, die die Aufmerksamkeit der Ermittler auf sich gelenkt hätten. So habe ein Wettkunde bei einem ausländischen Online-Buchmacher 3.000 Euro auf ebenjene Gelbe Karte gesetzt und damit theoretisch 13.000 Euro gewonnen.

 

Der Buchmacher habe den ungewöhnlich hohen Einsatz jedoch zum Anlass genommen, die Wette zu prüfen. Zur Auszahlung sei es nicht gekommen, der Kunde sei gesperrt worden. Auf Nachforschungen von NOS handle es sich bei dem Wetter um einen Mann, der auf Social-Media-Kanälen mehrere gemeinsame Freunde mit dem betroffenen Fußballer habe.

 

Dieser behaupte, regelmäßig Wetten dieser Art zu platzieren, was er aufgrund seines gesperrten Accounts den Journalisten aber derzeit nicht zeigen könne. Zwei weitere Wettkunden sollen mit mehreren kleineren Wetteinsätzen auf die Gelbe Karte insgesamt 1.000 Euro gewonnen haben.

 

Marjan Olfers, Professorin für Sport und Recht, begrüße es, dass die Polizei dem Verdacht des Wettbetrugs nachgehe. Gegenüber NOS sagte sie:

Die Niederlande sind eine Art blinder Fleck. Wir haben in den Niederlanden noch keine Wettbetrugs-Angelegenheiten gehabt, die zu einer Strafverfolgung geführt haben. Ich finde es lobenswert, dass die Staatsanwaltschaft nun prüft, was es mit dem Vorfall auf sich hat.

Auch die Polizei habe betätigt, den Verdacht „sehr ernst“ zu nehmen. Es scheine sich jedoch um einen Einzelfall zu handeln. Sollte die Staatsanwaltschaft den Verdacht bestätigen, wäre es in den Niederlanden sogar das erste Mal, dass ein Richter über einen Wettbetrug entscheiden müsse, so ein Polizeisprecher.

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