Samstag, 03. Dezember 2022

Casinos Austria International: Verkauf nach Ende der Lizenzen in Deutschland geplant?

Spielbank Niedersachsen

Die Geschäfte der Casinos Austria AG (CASAG) und ihrer internationalen Tochter Casinos Austria International (CAI) sind im letzten Jahr in vielen Bereichen stark eingebrochen. Eine heute Morgen veröffentlichte Analyse der Zeitung Standard legt nahe, dass der Mutterkonzern sein Sorgenkind daher bald abwerfen könnte.

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen und einer eher unsicheren Zukunftsprognose in Bezug auf den deutschen Markt könnte „das Lied vom Verkauf bald wieder angestimmt werden“, heißt es darin.

Die Corona-Krise hat der Casinos Austria AG, die sich vornehmlich auf das landbasierte Glücksspielgeschäft stützt, stark zugesetzt. 2020 erzielte der Konzern nach eigener Angabe ein Konzernergebnis von nur 950.000 Euro. 2019 waren es noch 112 Mio. Euro. Die österreichischen Casinos brachten dem Konzern ein Minus von 82 Mio. Euro ein, 2019 generierten diese ein Plus von 10 Mio. Euro.

Die Casinos Austria International schloss das Jahr 2020 mit einem Rückgang der Spielerlöse um 38,5 % und einem Nettoverlust von 13,1 Mio. Euro. Allein die zur CASAG gehörigen Österreichischen Lotterien, die vor allem online weitergeführt wurden, konnten einen Gewinn von 96 Mio. Euro (+9 % im Vergleich zum Vorjahr) verbuchen.

Erste Verkaufspläne seien bereits 2017 geschmiedet worden, nachdem die CAI über viele Jahre immer wieder in die roten Zahlen gerutscht sei. CASAG-Konkurrent Novomatic habe sich damals interessiert am Kauf gezeigt. Die staatliche ÖBAG, die heute 33,24 % der CASAG-Anteile hält, habe einem Verkauf allerdings nicht zugestimmt.

In absehbarer Zukunft jedoch drohe nun der Hauptgeschäftszweig der CAI wegzubrechen: der deutsche Markt. Während das Unternehmen insgesamt 32 Casinos in 12 Ländern betreibt, gilt Deutschland als das wichtigste Geschäftsfeld. So ist die Casinos Austria International die 100%ige Eigentümerin der Spielbanken Niedersachsen, die die zehn lizenzierten Casinos des Bundeslandes betreibt.

Von den rund 111 Mio. Euro Spielerlösen im Jahr 2020 hat die CAI mehr als die Hälfte (60 Mio. Euro) in Deutschland eingenommen. Von den 13 Mio. Euro Gewinn, die das Unternehmen 2019 erwirtschaftetet habe, sei laut Standard sogar „der allerallergrößte Teil aus Deutschland“ gekommen.

Liegt die Entscheidung bei SAZKA?

Die Lizenzen für die zehn deutschen Standorte sollen planmäßig zum 31. August 2024 auslaufen. Gespräche über eine Verlängerung gebe es nicht. Das wichtigste Standbein könnte somit wegbrechen.

Neue Verkaufsgespräche seien daher immer wahrscheinlicher. Vor allem die tschechische SAZKA Group, die seit Juni 2020 die Mehrheit (55 %) der CASAG-Anteile hält, dürfte nun ein entscheidendes Wort mitzureden haben.

SAZKA habe sich bereits damals für den Verkauf ausgesprochen, da das Interesse des Unternehmens weniger den Casinos als den Lotterien gelte. Sollte der Konzern seine internationale Tochter tatsächlich verkaufen, dürfte vor allem die Frage nach der Zukunft der Spielbanken Niedersachsen interessant bleiben.