, 11.05.2021

Die Causa Casinos bringt in Österreich immer wieder neue Details ans Licht. Die Tageszeitung Der Standard hat am gestrigen Montag den Blick in die Unterlagen aus dem Ermittlungsakt zur Causa Casinos genutzt, um zu analysieren, welche Pläne die Sazka Group und Novomatic hinsichtlich des Glücksspiel-Marktes und der Casinos Austria AG (CASAG) hatten und wie sich diese zerschlugen.

 

Derzeit ist die tschechische Sazka Group Mehrheitseigner an der teilstaatlichen CASAG. Anfang 2018 besaß der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic 17 Prozent der CASAG-Anteile, die Sazka Group war mit Anteilen von 34 Prozent bereits Mehrheitseigner.

 

Ursprünglich, dies gehe laut Standard nun aus den Ermittlungsakten hervor, sei die nun entstandene Eigentümerstruktur jedoch nicht Plan der beiden Glücksspielriesen gewesen. Vielmehr habe Sazka Interesse an der Österreichische Lotterien Gesellschaft gehabt. Novomatics Pläne hätten den Kauf von Casinos Austria International (CAI) vorgesehen.

Die Eigentümerstruktur der CASAG gestaltet sich nach Angaben des Unternehmens aktuell (nach Stand des Firmenbuches zum 31.03.2021) wie folgt:
Zu rund 59,8 Prozent ist die Sazka Group Anteilseigentümer. Die Republik Österreich hält über die Österreichische Beteiligungs AG 33,2 Prozent der Anteile, zu 1 Prozent ist das Bankhaus Schelhammer & Schattera Anteilshalter. Die restlichen rund 6 Prozent werden von sonstigen Aktionären, darunter die Privatstiftung Dipl. Ing. MELCHART sowie das Hotel Sacher, gehalten.

Im Jahr 2017 sei der Verkauf der CAI erstmals im Gespräch gewesen. Während die Sazka Group für den Verkauf gewesen sei, habe Novomatic Interesse an einem Kauf der ausländischen CASAG-Tochter gezeigt. Die Österreichische Beteiligungs AG sei jedoch entschieden gegen den Verkauf gewesen und nach einer Eskalation der Verkaufsdiskussionen sei dieser schließlich abgeblasen worden.

 

Novomatic und Sazka allerdings, so zeigten die Unterlagen nun, hätten untereinander Pläne geschmiedet, um den CAI-Verkauf zu ermöglichen. Hierfür hätten sie, so Der Standard, Finanzminister Hartwig Löger eine „österreichische Lösung“ nahelegen und ihm die weiteren geplanten Schritte verheimlichen wollen. Im Einzelnen sei Folgendes geplant gewesen, wie Renate Graber in ihrer Analyse schreibt:

Diese hätten dazu geführt, dass Novomatic rund 60 Prozent und die Republik rund 33 Prozent an der CASAG besitzen: Sazka wäre draußen gewesen (“österreichische Lösung”). Im Gegenzug wären rund 60 Prozent der Lotterien an die Tschechen gegangen, die Öbib wäre mit 34 Prozent beteiligt gewesen: Novomatic wäre draußen gewesen.

Dass es hierzu nicht gekommen sei, sei einerseits auf einen Streit zwischen Sazka und Novomatic zurückzuführen gewesen. Andererseits hätten die Wettbewerbshüter Novomatic die Mehrheitsübernahme der CASAG untersagt. Daraufhin verkaufte Novomatic im Jahr 2020 seine Anteile an die Sazka Group, die diese bis heute als Mehrheitseigner hält.

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