, 10.11.2020

Das Londoner Privatcasino The Park Lane Club befindet sich erneut in einem Rechtsstreit. Wie die Tageszeitung Metro am Montag berichtet hat [Seite auf Englisch], sei ein kroatischer Geschäftsmann gegen das Casino vor Gericht gegangen.

 

Der Kläger, Juste Puharic, sei ein langjähriger VIP-Kunde des Casinos gewesen. Seit einem seiner Besuche im Jahr 2015 schulde der Club ihm jedoch fast eine Viertelmillion GBP, so die Anschuldigung.

 

Zu jener Zeit habe er über einen Zeitraum von fünf Tagen mehr als 27 Mio. GBP (umgerechnet knapp 30,2 Mio. Euro) beim Roulette eingesetzt. Am Ende seines Casino-Aufenthaltes habe er schließlich 1.466.056 GBP Gewinn (zirka 1,63 Mio. Euro) verbuchen können.

Der Park Lane Club im Londoner Nobelviertel Mayfair ist ein Privatcasino, welches allein seinen Mitgliedern Zugang gewährt. Das Casino gehört dem britischen Glücksspielkonzern Silverbond Enterprises Ltd. Erst letzte Woche entzog die britische Glücksspielaufsicht, UK Gambling Commission, dem Unternehmen die Glücksspiellizenz, da es zu einem Wechsel in der Unternehmenskontrolle gekommen sei, dem die Behörde kritisch gegenüberstehe. Aufgrund des erneuten Lockdowns in England ist der Park Lane Club derzeit jedoch ohnehin geschlossen.

Obwohl ihm sein rechtmäßiger Gewinn ausgezahlt worden sei, beharre er noch heute auf eine Zusatzzahlung, die ihm das Casino damals in Aussicht gestellt haben soll. So soll ihm der Park Lane Club im Vorfeld eine Rückerstattung von 0,9 % auf seine Einsätze zugesichert haben.

 

In seinem Fall entspreche dies insgesamt 243.518 GBP (umgerechnet 271.959 Euro). Puharic habe daher nur auf Basis dieses „Lockangebots“ im Casino gespielt.

 

Ein derartiges Angebot habe es nie gegeben

Die Inhaber des Casinos leugneten jedoch, dass Puharic ein derartiges Angebot gemacht worden sei. Guy Olliff-Cooper, der Rechtsvertreter des Clubs, erklärte im Rahmen der ersten gerichtlichen Anhörung, dass die Casino-Mitarbeiter sich ihm gegenüber so verhalten hätten wie gegenüber jedem anderen Kunden.

Das heiße, sie seien schlichtweg “höflich” gewesen, wie es im Umgang mit Casino-Kunden angebracht sei. Eine Sonderbehandlung, um gezielt Puharic zum Spielen zu animieren, habe es nicht gegeben.

Casinos bieten eine Reihe von Anreizen, um Kunden anzulocken. Die Position des Angeklagten ist jedoch, dass er ihm zu keiner Zeit ein derartiges Angebot gemacht habe. Der Angeklagte hat nicht angeboten, die gleichen Anreize zu bieten wie andere Mayfair Casinos oder diese zu übertreffen. Die Klage sollte abgewiesen werden.

Ob Puharic dem Gericht die nötigen Beweise liefern könne, die seine Behauptung unterstützten, sei nicht bekannt. Es liege daher am zuständigen Richter des Londoner High Court, Gavin Mansfield, eine Entscheidung zu treffen. Das Urteil werde zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.