, June 4, 2019

Der Online Glücksspiel-Markt in Spanien konnte im ersten Quartal 2019 einen Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres verzeichnen. Das Wachstum ist auf vermehrte Einnahmen bei Sportwetten und Online Casinos zurückzuführen.

 

Die Bruttoeinnahmen des regulierten spanischen Online Glücksspielmarktes betrugen in den ersten drei Monaten insgesamt 193,3 Millionen Euro, wie die spanische Glücksspielbehörde, die Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ), gestern bekanntgab.

 

Hohes Wachstum bei Online Sportwetten

 

Dies ist ein massiver Anstieg im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres. Im ersten Quartal des Jahres 2018 betrug der Bruttoertrag noch 163,3 Millionen Euro. Auch im Vergleich zum Vorquartal konnte eine Steigerung verzeichnet werden.

 

Diese fiel mit 2,14 Prozent allerdings wesentlich geringer aus. Im letzten Quartal des Jahres 2018 hatte der Bruttoertrag aus dem Online Glücksspiel 189,2 Millionen Euro betragen.

 

Wie die Zahlen zeigen, gehen die gesteigerten Einnahmen hauptsächlich auf die regulierten Sportwetten zurück. Der Anteil der Sportwetten am Gesamtmarkt betrug im Quartal 52,2 Prozent, wobei die Einnahmen von 81,7 Millionen Euro im ersten Quartal 2018 auf 100,8 Millionen Euro im ersten Quartal 2019 gewachsen sind. Dies bedeutet einen Anstieg um 26,2 Prozent.

In Spanien wurde das Online Glücksspiel mit dem Gesetz 13/2011 vom 27. Mai 2011 reguliert. Seitdem sind private Online Glücksspielanbieter in Spanien zugelassen, allerdings benötigen sie eine Konzession, die von der Regulierungsbehörde Dirección General de Ordenación del Juego [Seite auf Spanisch] vergeben wird und an verschiedene Vorgaben, zu denen die Verwendung der Top-Level-Domain „.es“ gehört, geknüpft sind.

Umsatzplus bei Slots, aber Einbußen beim Online Poker

 

Einen deutlichen Anstieg verzeichneten auch die Online Casinos. Hier stiegen die Einnahmen im Vorjahresquartalsvergleich von 56,6 Millionen Euro auf 67,1 Millionen Euro an. Dies entspricht einer Steigerung von 20,2 Prozent.

 

Online Poker

Die Einnahmen der Online Casinos stiegen, beim Online Poker gab es geringe Verluste. (Bild: Flickr)

Die Online Casinos konnten hauptsächlich von den beliebten Slots profitieren, die für Einnahmen in Höhe von 37,5 Millionen Euro sorgten. Zu kämpfen hatte dagegen die Poker-Branche, die bei Einnahmen von 21,2 Millionen Euro ein Minus von 1,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Quartal im Vorjahr in Kauf nehmen musste.

 

Ebenfalls rückläufig waren die Online Bingo-Umsätze. Hier gingen die Einnahmen um 8,6 Prozent auf 3,2 Millionen Euro zurück.

 

Prozentual ging das Online Baccara als klarer Sieger hervor. Obwohl dessen Anteil an den Gesamteinnahmen unter der 3-Millionen-Euro-Marke blieb, konnte hier ein Anstieg von ganzen 1.400 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres verzeichnet werden.

 

Höhere Ausgaben für die Glücksspielwerbung

 

Neben den steigenden Einnahmen aus dem Online Glücksspiel wurden steigende Werbeausgaben verzeichnet. In Spanien lizensierte Anbieter gaben im ersten Quartal insgesamt 92,2 Millionen Euro für die Glücksspielwerbung aus. Das entspricht einem Anstieg von 21,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres 2018.

 

Im Vergleich zum letzten Quartal des Jahres 2018 sind die Werbeausgaben allerdings um 6,5 Prozent gesunken. Dies könnte auf die anhaltenden Kontroversen zum Thema Glücksspielwerbung im Land zurückzuführen sein.

 

So hatte sich vor kurzem der spanische Bürgerbeauftragte Francisco Fernández Marugán für ein Totalverbot der Glücksspielwerbung ausgesprochen und bereits im Oktober 2018 hatte sich Premierminister Pedro Sanchez mit der linken Partei Podemos auf stärkere Regulierungen der Glücksspielwerbung geeinigt. Geplant ist, diese denselben Beschränkungen zu unterwerfen, denen die Tabakwerbung unterliegt.

 

Die Präsidentin der „Asociación Española de Anunciantes”, der Vereinigung für Werbetreibende, Begoña Élices, hatte damals wie folgt protestiert:

„Wenn wir davon ausgehen, dass dies eine freie Gesellschaft ist, und das tun wir, müssen wir den Werbetreibenden die Freiheit lassen, dort zu inserieren, wo sie inserieren möchten. Dies sind die Spielregeln einer freien und demokratischen Gesellschaft.“

Die im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2018 gestiegenen Werbeausgaben jedenfalls scheinen trotz der Diskussionen in der spanischen Politik zu einem Spieleranstieg geführt haben, denn die durchschnittliche Anzahl monatlich aktiver Konten stieg ebenfalls an, um 13,1 Prozent auf 900.513.

 

Ob sich Einschränkungen der Glücksspielwerbung in Spanien tatsächlich durchsetzen werden, ist abzuwarten. Ein Ende des Gewinnanstiegs des regulierten Online Glücksspielmarkt ist in Spanien derzeit jedenfalls nicht absehbar.

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