, 01.06.2020

Rob Howley, ehemaliger Trainer der walisischen Rugby Nationalmannschaft, plant sein Comeback. Im Interview mit der britischen Tageszeitung Daily Mail [Link auf Englisch] sagte der 49-Jährige am Sonntag, dass er nach dem Ablauf seiner Sperre wegen unerlaubten Glücksspiels in den Profisport zurückkehren wolle.

 

Gegenüber Ermittlern hatte Howley im vergangenen September zugegeben, über einen Zeitraum von 45 Monaten 363 Rugby-Wetten abgeschlossen zu haben und war daraufhin vom Walisischen Rugby-Verband (WRU) für einen Zeitraum von 18 Monaten gesperrt worden.

Rob Howley galt während seiner Profikarriere als einer der besten walisischen Spieler und gewann im Jahre 1996 und 1997 die Auszeichnung zum walisischen Rugby-Spieler des Jahres. Nach seiner aktiven Laufbahn kehrte er im Jahre 2004 als Trainer in den Sport zurück und trainierte unter anderem die Auswahl der British and Irish Lions und die walisische Nationalmannschaft.

Howley, dem die Hälfte seiner Strafe erlassen wurde, war vom Sportwettenanbieter Betway an den Verband gemeldet worden. Der Familienvater hatte bei dem Unternehmen auch Wetten auf walisische Rugby-Spiele abgeschlossen und damit gegen Verbandsregularien verstoßen.

 

Familiendrama führte zu Glücksspielsucht

 

Seinen tiefen Absturz erklärte Howley gegenüber der Daily Mail mit dem Tod seiner Schwester. Diese habe lange Zeit unter Alkoholismus und Depressionen gelitten und war im Jahre 2011 tot in ihrem Haus aufgefunden worden.

 

Howleys Leben sei danach aus den Fugen geraten. Das Glücksspiel habe ihm geholfen, die negativen Emotionen, die der Tod seiner Schwester ausgelöst habe, auszublenden:

„Aus irgendeinem Grund – und das habe ich damals noch nicht wirklich gemerkt – habe ich mich dem Wetten zugewandt. Wetten auf Rugby. Es gab mir eine Zuflucht. Einen Grund zu vergessen.”

Mit der Hilfe eines Psychologen habe Howley in den vergangenen Monaten geschafft, seine Glücksspielsucht in den Griff zu bekommen. Dabei habe ihm vor allem das offene Gespräch über seine Gefühle geholfen.

 

Die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und Reflexion könne ihm nun auch in seiner Trainer-Karriere helfen, so Howley. Mit Derek Richardson, dem Besitzer des englischen Rugby-Vereins Wasps RFC, habe sich der Waliser bereits über eine mögliche Zukunft im Profisport unterhalten.