, 21.06.2021

Die Mitarbeiter der Spielbank Potsdam sind am vergangenen Wochenende in Warnstreik getreten. Somit hieß es im Potsdamer Casino schon wenige Tage nach der Wiedereröffnung wieder „rien ne va plus“. Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, habe der Streik, bei dem die Angestellten faire Arbeitsbedingungen fordern, zwei Tage lang angedauert, nachdem vorab fünf Verhandlungsrunden erfolglos verlaufen waren.

 

Von Freitag bis Sonntag hätten 60 Beschäftigte der Spielbank Potsdam ihre Arbeit niedergelegt. Statt im Casino zu stehen, versammelten sie sich am Samstagmorgen davor. Mit Musik und Sport-Übungen machten sie auf ihre Situation aufmerksam.

 

Arbeitnehmer beklagen geringen Lohn bei schwierigen Arbeitsbedingungen

 

Dem Streik seien fünf Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeber, der Brandenburgischen Spielbanken GmbH, vorausgegangen. Mit ihm verhandle ver.di Berlin-Brandenburg bereits seit 2019 über faire Arbeitsbedingungen. So heißt es vonseiten der Gewerkschaft:

39 Stunden Wochenarbeitszeit, ein Großteil der Arbeit an Wochenenden und Feiertagen, der Durchschnittsverdienst mit 1.800 bis 2.100 Euro brutto nur geringfügig über dem Mindestlohnniveau und Sonderzahlungen nach Gutdünken der Arbeitgeberseite, oftmals an Krankenzeiten und Wohlverhalten gekoppelt: Die Beschäftigungsbedingungen in den Brandenburgischen Spielbanken am Standort Potsdam sind wenig rosig.

Während es hinsichtlich der Arbeitszeit mittlerweile eine Einigung gebe, stehe sie zur geforderten Jahressonderzahlung noch aus. Daher habe die ver.di Tarifkommission am Wochenende ein öffentliches Zeichen setzen wollen. Verhandlungsführer Marcus Borck erklärte:

Die Beschäftigten immer weiter hinhalten geht einfach nicht mehr, vor allem nicht bei diesem geringen Grundgehalt bei einem öffentlichen Arbeitgeber wie der Spielbank.

Um den Minimalbetrieb im Automatensaal sicherstellen zu können, habe die Spielbank Potsdam am Freitag und Samstag Streikbrecher aus Cottbus geholt und diese im Potsdamer Casino eingesetzt. Darauf jedoch hätten sich die streikenden Arbeitnehmer strategisch eingestellt und die Spielbank am Sonntag bei offenem Betrieb bestreikt. Den Kollegen in Cottbus sei darüber hinaus ein Brief geschickt worden.

 

Statt Beschäftigte dazu zu bringen, ihren Kollegen und Kolleginnen „in den Rücken zu fallen“, so ver.di am Sonntag, sollte sich die Geschäftsführung mit der Tarifkommission auseinandersetzen.

 

Ob diese Forderung und der zweitägige Warnstreik den gewünschten Effekt und dazu geführt haben, dass die Brandenburgischen Spielbanken sich auf weitere Tarifverhandlungen einlassen werden, ist bislang nicht bekannt.

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