, April 17, 2019

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass immer weniger Australier am Glücksspiel interessiert sind. Vor allem unter den Jüngeren ist die Beteiligung massiv gesunken. Währenddessen geht der Kampf der australischen Telekommunikationsbehörde gegen Online Casinos mit internationaler Lizenz weiter.

 

Neue, von dem australischen Marktforschungsunternehmen Roy Morgan erhobene Daten zeigen einen starken Rückgang des Anteils der über 18-jährigen Australier, die an Glücksspielen teilnehmen. Noch vor zehn Jahren (im Dezember 2008) lag ihr Anteil an der Bevölkerung bei 64,7 Prozent, im Dezember 2018 ist er auf nur 47,9 Prozent zurückgegangen.

 

Der Trend lässt sich auch im Jahresvergleich beobachten. So lag der Anteil der Australier, die Glücksspiele spielen, im Dezember 2017 noch bei 50,1 Prozent.

An den von Roy Morgan durchgeführten Umfragen haben mehr als 50.000 Konsumenten teilgenommen und es konnten mehr als 7.000 Spieler pro Jahr befragt werden. Der auf den Ergebnissen der Befragungen basierende „Gambling Currency Report“ geht dabei von aktiven Spielern aus, sofern diese innerhalb der vergangenen drei Monate des jeweiligen Jahres an Glücksspielen teilgenommen haben.

Starke Rückgänge in den jüngeren Generationen

 

Smartphone Sportwetten

Neue Technologien, wie Wett-Apps auf dem Smartphone hätten eine höhere Beteiligung unter den Jüngeren vermuten lassen. (Bild: Pexels)

Am wenigsten interessiert sich die jüngere Generation Australiens für Glücksspiele. So lag der Anteil der 18- bis 24-Jährigen bei gerade einmal 25,7 Prozent, gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen mit 37,5 Prozent.

 

Im Jahr 2008 hatte der Anteil bei den 18- bis 24-Jährigen noch bei 51,8 Prozent gelegen, bei den 25- bis 34-Jährigen noch bei 56,8 Prozent. Der höchste Anteil war mit 61 Prozent bei den 50- bis 64-Jährigen zu verzeichnen.

 

Norman Morris, Kommunikationsdirektor bei Roy Morgan, zeigte sich angesichts der Ergebnisse überrascht:

„Es ist interessant festzustellen, dass (…) über ein Viertel (27,4 %) der Spieler auf dem Mobiltelefon wettet, vergleichen mit nur 5,3 % noch vor sechs Jahren. Normalerweise würde man erwarten, dass diese neue Wett-Technologie mehr junge Leute zum Wetten anregt, doch diese Umfrage zeigt, dass dies nicht der Fall ist, denn bei ihnen gibt es die größten Rückläufe.“

Die Rückgänge sind in allen Kategorien zu verzeichnen. Am stärksten sind Lottoscheine und Rubbellose betroffen. Wurden sie im Jahr 2008 noch von 56,4 Prozent gespielt, waren es 2018 nur noch 40,1 Prozent, was einem Rückgang von 16,3 Prozent entspricht.

 

An Sportwetten nahmen 5,9 Prozent weniger Australier über 18 teil. Den geringsten Rückgang gab es bei den Tischspielen im Casino (z. B. Roulette, Poker oder Black Jack). Hat hieran 2008 ein Anteil von 3,8 Prozent der Bevölkerung teilgenommen, waren es 2018 noch 2,5 Prozent.

 

Gründe für die geringere Beteiligung der Australier am Glücksspiel sieht Norman Morris darin, dass das Glücksspiel

„(…) mit einer Vielzahl anderer Unterhaltungs- und Freizeitaktivitäten konkurriert. Zunehmende Warnungen und Publizität für potenzielle Glücksspielprobleme könnten ebenfalls von der Teilnahme abschrecken.“

Während die Teilnahme am Glücksspiel in Australien rückläufig ist, setzt die australische Fernmelde- und Medienbehörde (ACMA) ihren harten Kampf gegen Online Casinos fort, die im Ausland ansässig sind, in Australien aber über keine Lizenz verfügen.

 

Der erste Quartalsbericht der ACMA zeigt, dass innerhalb der ersten drei Monate des Jahres insgesamt 35 Glücksspiel-Seiten von der Behörde untersucht wurden. Dabei wurden insgesamt 44 Verstöße gegen den Interactive Gambling Act festgestellt.

Der Interactive Gambling Act (IGA) ist seit 2001 in Australien gültig und verbietet Online-Glücksspiele in Australien für alle Anbieter aus dem In- oder Ausland, die nicht ausdrücklich über eine Lizenz verfügen. Zudem ist jede Form von Werbung für unerlaubte Glücksspielprodukte untersagt.

 

Im Jahr 2017 wurde der Interactive Gambling Act 2001 überarbeitet. Seitdem hat die ACMA einen größeren Handlungsspielraum, mit dem sie gegen nicht lizensierte Offshore-Anbieter vorgehen kann und es werden immer mehr internationale Anbieter vom australischen Markt verdrängt.

Die Behörde hat verschiedene Möglichkeiten, bei Verstößen gegen die Betreiber vorzugehen. Dazu gehören formale Warnungen, nach denen sich die Anbieter vom Markt zurückziehen können, und die Meldung an das Gericht, das hohe Sanktionen verhängen kann. Im Fall der im ersten Quartal festgestellten Verstöße wurde jedoch nur eine formale Warnung ausgesprochen.

 

Bereits im vergangenen November hatten die Medien in Frage gestellt, ob die neuen Maßnahmen tatsächlich so effektiv seien, wie es von der Behörde dargestellt wurde. So sei nur schwer festzustellen, welchen Umfang das Online-Glücksspiel in Australien tatsächlich habe und wie hoch die Beteiligung daran sei.

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