, 30.11.2018

Die australische Regierung will ein Register einrichten, das es Spielern ermöglicht, sich mit nur einem Klick selbst von allen Online-Glücksspielen auszuschließen. Dies ist eine der Maßnahmen, die Teil des neuen Rahmenplans für den Verbraucherschutz (National Consumer Protection Framework) werden soll.

 

Wie der australische Minister für Familie und Soziales, Paul Fletcher, in seiner heutigen Pressemitteilung (Seite auf Englisch) bekanntgegeben hat, haben sich nun alle australischen Staaten zum 2017 beschlossenen Rahmenplan für den Verbraucherschutz, dem sogenannten National Consumer Protection Framework, verpflichtet. Dieser soll für Spieler, die an Online-Wetten teilnehmen, einen besseren Schutz gewährleisten.

 

Schlupflöcher bei Online-Sportwetten sollen geschlossen werden

Paul Fletcher

Paul Fletcher gab heute die Umsetzung des National Consumer Protection Framework bekannt. (Bild: Wikipedia)

 

Mit den Maßnahmen sollen die Schlupflöcher geschlossen werden, die es in Australien lizensierten Betreibern derzeit ermöglichen, Online-Sportwetten anzubieten. Laut Fletcher enthält der Rahmenplan zehn starke Mindestmaßnahmen zum Spielerschutz, die bei Online-Wettdienstleistungen zur Anwendung kommen sollen.

 

Der nationale Rahmenplan wurde auf Empfehlungen eines Berichtes von dem australischen Politiker Barry O’Farrell , der „Review of Illegal Offshore Wagering“, aus dem Jahr 2015 hin entwickelt. Der Bericht hatte vier Schlüsselbereiche unter die Lupe genommen.

 

Hierzu gehörten die wirtschaftlichen Auswirkungen der illegalen Wettangebote und die international bestehenden Regelungen, die für Australien von Interesse sein könnten. Weiterhin betrachtete der Bericht die technologischen und rechtlichen Möglichkeiten, mit denen sich negativen Auswirkungen illegaler Glücksspielangebote mindern lassen und die Maßnahmen, die effektiv zum Spielerschutz beitragen könnten. Zu diesen wurden Informationsmaterialien, Aufklärungs-Kampagnen, aber auch regulatorische Maßnahmen gezählt.

 

Zeitnahe Umsetzung der Maßnahmen geplant

 

Das beschlossene Maßnahmenpaket soll laut Paul Fletcher innerhalb der nächsten 18 Monate umgesetzt werden und soll Verbraucher unabhängig davon, wo sie in Australien leben, effektiv schützen. Fletcher betonte, dass die hohe Technologie-Affinität und die langjährige kulturelle Akzeptanz des Glücksspiels dazu geführt hätten, dass der Anteil an Spielern mit Problemen dreimal höher ist als bei jeder anderen Art des Glücksspiels.

 

Paul Fletcher sagte weiterhin:

„Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Schaden zu reduzieren, der Einzelpersonen und ihren Familien durch exzessive oder risikoreiche Online-Wetten entstehen kann. Der nationale Rahmenplan bezieht sich auf rund 2,5 Millionen aktive Online-Wettkonten oder rund eine Million Menschen in Australien. Das Wichtigste ist jedoch, dass er auch auf 240.000 Australier angewendet werden wird, die bereits erheblichen Schaden durch Online-Wetten erlitten haben.“

Die Regierung hat bei der Entwicklung des Maßnahmenpaketes intensiv mit der Industrie, aber auch mit Gemeinschaftsorganisationen, Wissenschaftlern und Einzelpersonen, die Schaden durch das Glücksspiel erlitten haben, zusammengearbeitet. Der Rahmenplan baut dabei auf bereits umgesetzten Reformen auf. Diese sind hinsichtlich der Beschränkung von Werbung für das Online-Glücksspiel durchgeführt worden, beinhalteten aber auch eingeführte Kreditlinien beim Einsatz von Kreditkarten für das Glücksspiel.

 

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Online-Glücksspiel in Australien

 

Die bestehenden gesetzlichen Regelungen zum Online-Glücksspiel wurden in Australien bereits im vergangenen Jahr von der Regierung unter die Lupe genommen. Dabei wurde grünes Licht für eine Reform der Online-Glücksspiel-Regelungen gegeben. Diese basieren auf dem 2001 in Kraft getretenen Interactive Gambling Act (IGA).

Der Interactive Gambling Act (IGA)

Der Interactive Gambling Act wurde im Jahr 2001 vom australischen Parlament verabschiedet. Laut IGA ist es strafbar, Online-Glücksspiele in Australien anzubieten. Dies gilt sowohl für Anbieter mit Sitz in Australien als auch für Offshore-Anbieter, also Anbieter, die im Ausland ansässig sind. Ein Verstoß gegen die Regelungen wird mit einer Geldstrafe von maximal 220.000 Dollar (rund 141.000 Euro) bei Einzelpersonen und 1,1 Millionen Dollar (rund 710.000 Euro) bei Unternehmen geahndet. Online-Wetten sind laut Interactive Gambling Act legal, sofern der Betreiber lizensiert ist und die Wette vor dem Beginn des betreffenden Sportereignisses erfolgt.

Der National Consumer Protection Framework war bereits seit Jahren in Arbeit. And der Umsetzung scheiterte es bisher jedoch am Bundesstaat Queensland, der nun ebenfalls unterzeichnet hat. Der National Consumer Protection Framework verbietet es Unternehmen unter anderem, neuen Spielern Anreize für die Registrierung zu bieten. Zudem dürfen Online-Glücksspielanbieter auch keine Kreditlinien per Werbung über Apps oder im Internet anbieten.

 

Spieler sollen nun zudem die Möglichkeit erhalten, vorab Einsatz- und Einzahlungsgrenzen festzulegen. Die drittgrößte Bank Australiens, Australia and New Zealand Banking Group (ANZ Bank) hat jetzt bereits eine neue Richtlinie zum Spielerschutz angekündigt. Sie will ab Dezember den Einsatz von Kreditkarten beim Glücksspiel einschränken. Diese können dann nur noch 85 Prozent ihres Kreditkartenlimits für Online-Glücksspiele bei in Australien lizensierten Anbietern ausgeben.