, 27.04.2020

Auf dem unter E-Sportlern weltweit genutzten Live-Streaming-Videoportal Twitch haben Streamer in den letzten Tagen mehrmals für Skandale gesorgt: Zu viel nackte Haut, Aufforderungen zum Kreditkartenklau und öffentliches Lob für den heranwachsenden Streaming-Konkurrenten Facebook brachten Twitch innerhalb weniger Tage viel schlechte Publicity ein.

 

Doch der einstige Vorreiter im E-Sport-Streaming ist längst nicht mehr der einzige am Markt. Angesichts der wachsenden Bedeutung des E-Sports orientieren sich auch andere Online-Unternehmen vermehrt um. Facebook scheint dabei schon länger auf der Lauer zu liegen, um zur ersten Wahl für E-Sport-Streaming zu werden.

Das Streaming-Portal Twitch ging in seiner Beta-Version erstmals im Juni 2011 online. Nach nur zwei Jahren verzeichnete die Plattform 45 Millionen Zuschauer monatlich. 2014 schließlich wurde es für 970 Mio. USD von Amazon aufgekauft.

 

Während Twitch selbst sich vorrangig über Werbeerträge finanziert, erzielen die dort aktiven Streamer auf verschiedenem Wege ihr Einkommen. Neben Spenden und Sponsoring sind sie in erster Linie von den monatlichen Abonnements ihrer Zuschauer abhängig.

Zuschauer fordern Eingreifen seitens Twitch

Doch ob die jüngsten Vorfälle, die auf Twitch für großes Aufsehen gesorgt haben, unter dem Motto „schlechte Publicity ist besser als gar keine“ stehen, ist fraglich.

 

Für eine Welle der Empörung sorgte zunächst der recht unbekannte Grand Theft Auto-Streamer FrostyMatrixTV. Im Live-Stream soll dieser sein minderjähriges Publikum mit provozierender Wortwahl dazu aufgefordert haben, die Kreditkarten ihrer Eltern zu entwenden, um seinen Kanal für 4,99 USD monatlich zu abonnieren.

 

Empörte Twitch-Besucher forderten die sofortige Löschung seines Accounts. Bisher scheint Twitch aber lediglich das betreffende Video selbst gelöscht zu haben.

 

Ähnliche Reaktionen und Forderungen rief auch die kolumbianische Streamerin Natalia „Alinity“ Mogollon hervor. Die Zockerin von Apex Legends und Valorant zeigte während eines Streams zu viel nackte Haut, als sie sich ein Kissen unter ihr Shirt schob und dabei „aus Versehen“ ihre Brust entblößte.

 

Ex-Twitch-Streamer schwärmt von Facebook

Sehr markenschädigend dürfte jedoch vor allem der letzte Twitch-Auftritt des recht bekannten Hearthstone-Streamers Jeremy Wang, in der Szene auch als „Disguised Toast“ bekannt, gewesen sein.

 

Dieser war 2019 zu Facebook übergewechselt, um dort live zu streamen. Medienberichten zufolge sei hier eine große Geldsumme im Spiel gewesen.

 

Letzte Woche jedoch soll er erneut auf seinem Twitch-Kanal aktiv gewesen sein. Vor 22.000 Live-Zuschauern habe er dann davon geschwärmt, wie viel besser das Streamen über Facebook sei.

 

Ob Facebook selbst ihm für diese Aktion finanzielle Anreize gegeben haben könnte, bleibt Spekulation. Sicher ist jedoch, dass die Social-Media-Plattform im E-Sport-Streaming längst eine erfolgsversprechende Ergänzung zum Geschäft gefunden zu haben scheint.