, July 12, 2019

Die erste Woche der Tour de France nähert sich ihrem Ende und so langsam beziehen die Favoriten der Buchmacher Position. Nach der gestrigen ersten schweren Bergetappe präsentierten sich Vorjahressieger Geraint Thomas und die übrigen Top-Fahrer in guter Form.

 

Favoriten geben sich auf der ersten Bergtappe keine Blöße

Bei der bedeutendsten Radrundfahrt der Welt hat die erste Bergetappe in den Vogesen keine Vorentscheidung gebracht. Auf dem schweren, teilweise 25 % steilen Schlussanstieg gewann der Ausreißer Dylan Teuns vor seinem Fluchtkollegen und neuen Gesamtführenden Giulio Ciccone.

 

Mit gut anderthalb Minuten Rückstand kam das Feld der Favoriten nahezu geschlossen ins Ziel. Somit legte keiner der um den Gesamtsieg fahrenden Radprofis seine Karten auf den Tisch und die Fans müssen wahrscheinlich noch eine gute Woche warten, bis sie sich ein besseres Bild über die Form der Fahrer machen können.

 

Am 21. Juli findet die Königsetappe der Pyrenäen statt, bei der die Profis zum Abschluss ein 19 Kilometer langer Anstieg auf den legendären Col du Tourmalet erwartet. Spätestens hier wird sich zeigen, welcher Profi sich Hoffnungen auf den Sieg der Tour 2019 machen darf.

 

Bei den Wettquoten liegt der Tour-Sieger des vergangenen Jahres, Geraint Thomas, mit einer Quote von 1:2,0 weiter vor seinem Teamkollegen Egan Bernal (1:4,5). Die beiden Fahrer aus dem Team Ineos (ehemals Sky) stehen damit bei den Wettbüros mit Abstand an der Spitze.

Wettquoten der Buchmacher zum Tour-Sieg:
1. 1:2,0 – Geraint Thomas (Ineos)
2. 1:4,5 – Egan Bernal (Ineos)
3. 1:11,0 – Thibaut Pinot (Groupama FDJ)
4. 1:15,0 – Jakob Fuglsang (Astana)
5. 1:18,5 – Nairo Quintana (Moviestar)
6. 1:21,5 – Richie Porte (Trek–Segafredo)
7. 1:23,0 – Mikel Landa (Moviestar)
8. 1:23,5 – Julian Alaphilippe (Quickstep)
9. 1:26,0 – Adam Yates (Mitchelton-Scott)
10. 1:29,0 – Steven Kruiswijk (Jumbo-Visma)

Nun erwarten Fans und Experten mit Spannung, welcher der beiden Top-Fahrer des Team Ineos in den kommenden Tagen die bessere Leistung abrufen wird. Angesichts der ähnlichen Form dürfte eine Prognose auf den Ausgang des Rennens in diesem Jahr besonders schwer werden.

Mit Christopher Froome hätte das Team Ineos einen dritten Top-Favoriten in seinen Reihen, doch der viermalige Tour-Sieger verletzte sich vor wenigen Wochen bei einem Unfall. Während eines Trainings bei der Rundfahrt Criterium du Dauphiné zog sich Froome bei einem Sturz mehrere Knochenbrüche zu, sodass die Saison für den 34-jährigen Briten beendet ist.

Von den deutschen Teilnehmern rangiert Emanuel Buchmann vom Team Bora-Hansgrohe im Mittelfeld. Seine Chancen werden angesichts einer Quote von 1:90 jedoch nicht unbedingt hoch eingeschätzt.

 

Gewinnt Peter Sagan zum siebten Mal das Grüne Trikot?

Allerdings dürfte die Stimmung in dem neben Sunweb einzigen deutschen Team bei der Tour derzeit außerordentlich gut sein, schließlich hat der Megastar Peter Sagan am Mittwoch seine erste Etappe gewonnen.

 

Auf Twitter bedankte sich der glückliche Gewinner auch bei seinem Team:

Etappensieg #12 bei @letour! @BORAhansgrohe rocks! Ohne die unglaubliche Arbeit der Jungs wäre dies nicht möglich gewesen!

Gleichzeitig ist Peter Sagan Träger der Grünen Trikots des punktbesten Fahrers. Dieses hat der Radsport-Star in seiner Karriere bereits sechsmal gewinnen können. Damit liegt der Fahrer in der ewigen Bestenliste gemeinsam mit Erik Zabel auf dem geteilten ersten Rang.

 

Peter Sagan Podium Sieg

Jubelnder Peter Sagan (Bild: Twitter/petosagan)

Doch die Chancen stehen gut, dass sich Peter Sagan in gut zwei Wochen zum alleinigen Rekordhalter aufschwingt. So führt er die Punktwertung aktuell mit großem Abstand an. Das honorieren auch die Wettbüros, die ihn mit einer Quote von 1:1,12 auf den siebten Gewinn des Grünen Trikots weit in Front sehen.

 

Seine größten Kontrahenten Elia Viviani und Michael Mathews liegen mit Quoten von 1:10,0 und 1:17,0 bereits weit hinter Peter Sagan, dem viele Experten zutrauen, mindestens eine weitere Etappe bei dieser Tour zu gewinnen.

 

Auch wenn die Franzosen beim Rennen um den Gesamtsieg in diesem Jahr voraussichtlich leer ausgehen werden, dürfen sie sich trotzdem Hoffnung machen, dass in Paris einer ihrer Fahrer auf dem Podium stehen wird: Bei der Wertung des besten Bergfahrers sehen die Buchmacher den Weltranglistenersten Julian Alaphilippe mit einer Quote von 1:3,5 als Favoriten auf den prestigeträchtigen Titel.

 

Dafür muss sich der Profi jedoch noch steigern, denn aktuell liegt er in diesem Ranking lediglich auf dem 11. Platz. Doch ebenso wie für die Gesamtklassements-Fahrer gilt auch für Alaphilippe, dass die Tour erst an den Steilhängen der Pyrenäen und Alpen entschieden wird.

 

So kann es auch in diesem Jahr wieder vorkommen, dass das Rennen um den Gesamtsieg erst am vorletzten Tag auf den letzten Anstiegen entschieden wird. Die Zuschauer dürften sich über die Spannung freuen.