Donnerstag, 11. August 2022

Gesetzes­initiative: Werden Casinos in Thailand legalisiert?

Strand Thailand Spielautomat Spielkarten Lockt Thailand bald mit Stränden und Casinos? (Bilder: Pixabay)

In Thailand ist Glücksspiel mit Ausnahme von Pferdewetten und der staatlichen Lotterie verboten. Dies könnte sich nach Umsetzung einer Gesetzesinitiative ändern. Diese hat die Legalisierung von Casinos in dem fernöstlichen Land zum Ziel.

Am Mittwoch präsentierten Abgeordnete dem Parlament ihren Vorschlag. Diesem zufolge solle die Eröffnung von Vergnügungszentren im ganzen Land erlaubt werden. Dazu zähle auch der Bau von Casinos, so die Initiatoren.

Ankurbelung des Tourismus in Thailand

Ziel der Legalisierung von Casinos sei eine Ankurbelung des Tourismus. Dieser erholt sich in dem traditionellen Urlaubsland nur langsam von den Folgen der Corona-Pandemie. Die Einnahmen aus den Casinos und den zugehörigen Einrichtungen könnten demnach helfen, Arbeitsplätze zu schaffen, Umsätze zu generieren und die Steuereinnahmen zu steigern.

Pichet Chuamuangphan, Rechtsexperte der Partei Pheu Thai, erklärte:

Wir konzentrieren uns darauf, Ausländer anzuziehen, um den Tourismus anzukurbeln und die Besucher zu höheren Ausgaben zu animieren.

Neben steigenden Einnahmen für den Staat und die schwächelnde Tourismusbranche solle das Vorhaben dazu dienen, den Geldabfluss von thailändischen Spielern einzudämmen. Diese spielten entweder illegal oder reisten ins Ausland, wo Glücksspiel erlaubt sei.

Als Beispiel nannten die Befürworter die kambodschanische Grenzstadt Poipet. Die dortigen Casinos würden von Spielern aus Thailand „geflutet“, die dort täglich hohe Summen ausgäben.

Milliardenumsätze auch dank thailändischer Spieler

Über die Höhe der zu erwartenden Einnahmen machten die Finanzexperten bereits erste Angaben. Sie rechneten mit jährlichen Steuereinnahmen von bis zu 400 Mrd. Baht (rund 11 Mrd. Euro). Die Summe solle durch einen Steuersatz von mindestens 30 % auf die Spielerträge der Casinos erwirtschaftet werden.

Nach Willen der Initiatoren sollten Thailänder einen gehörigen Beitrag dazu leisten. Sie fordern, dass der Bevölkerung der Besuch in den Casinos erlaubt sein müsse. In Ländern wie Vietnam und Südkorea habe sich gezeigt, dass Casinos ohne den kontinuierlichen Zustrom lokaler Spieler mit finanziellen Problemen zu kämpfen hätten.

Asiatische Medien spekulieren, dass mindestens eines der Casinos im Großraum der Hauptstadt Bangkok entstehen könnte. Als weitere Standorte werden Tourismusziele wie Phuket, Krabi und Pattaya sowie Städte wie Chiang Mai genannt. Neben den Glücksspiel-Flächen sollen die Casinos mit angeschlossenen Resorts in Thailand dabei stets über Hotels sowie gastronomische und weitere Unterhaltungseinrichtungen verfügen.

Um die einheimische Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen des Glücksspiels zu schützen, solle der Casino-Besuch nur Spielern ab 20 Jahren und mit einem Kontostand von mindestens 500.000 Baht (13.400 Euro) erlaubt sein.

Für eine Umsetzung des Vorhabens sei lediglich eine Anpassung des Glücksspielgesetzes nötig, so die Abgeordneten. Somit könnten Thailands Gesetzgeber die Umsetzung der Vorlage noch vor der Parlamentspause im September beschließen.