, 06.02.2020

Der britische Premier League Verein West Ham ist wegen seiner Verbindungen zur Welt des Glücksspiels erneut unter Beschuss geraten. Der Club hatte am Dienstag vier seiner Top Spieler zur ICE London 2020 geschickt, um einen seiner Sponsoren, den Zahlungsdienstleister MuchBetter, zu repräsentieren.

 

Glücksspielgegner und Spielerschutzorganisationen kritisieren, dass einer der gesandten Spieler der 21-jährige Declan Rice war. Dieser sorgte erst vor wenigen Wochen durch sein Erscheinen in einem Betway-Werbespot für mediales Aufsehen.

 

Jüngere Spieler ein besonderes Risiko

Gemeinsam mit den West Ham Spielern Michail Antonio (29), Manuel Lanzini (26) und David Martin (34) sollte Declan Rice auf der ICE London in diesem Jahr Werbung für den Online Zahlungsdienst MuchBetter machen.

 

Doch anders als seine Teamkollegen sorgte Rice mit seinem Erscheinen erneut für großen Wirbel. Grund für die aktuelle Empörung unter Glücksspielgegnern ist allein das Alter des Mittelfeldspielers.

MuchBetter ist ein britischer Zahlungsdienstleister, der auf sichere und schnelle mobile Online Zahlungen spezialisiert ist. Das Unternehmen arbeitet heute auch mit vielen Online Casinos und Buchmachern zusammen und ist aus diesem Grunde auf der Glücksspielmesse ICE London 2020 [Seite auf Englisch] vertreten.

Wie die Tageszeitung Daily Mail analysiert, könne sich jedoch weder West Ham noch Declan Rice selbst ein Vergehen vorwerfen lassen. Der 21-Jährige habe schließlich nicht für ein Glücksspielunternehmen geworben.

 

Die Regel der britischen Werbeaufsicht ASA, gemäß der keine Person unter 25 Jahren in Zusammenhang mit Glücksspielwerbung stehen dürfe, finde daher keine Anwendung.

 

Junge Fußballer in besonderer Verantwortung

Glücksspielgegner bezeichnen den Auftritt des jungen Fußballers dennoch als unverantwortlich. James Grimes, der Gründer der Wohltätigkeitsorganisation „Gambling With Lives“, fordert eine Entschuldigung seitens des Premier League Clubs.

 

Die Verbindungen des Vereins zur Glücksspielbranche stellten eine große Gefahr für junge Fußballfans dar. Vor allem, wenn ein junger Fußballer mit dem Glücksspiel in Verbindung gebracht werde, entstehe bei jungen Fans ein falscher Eindruck.

 

Die Wohltätigkeitsorganisation Gambling Watch UK teilt die Ansicht Grimes‘. Mitglied Professor Jim Orford sagt:

Junge Fußballer sind für viele junge Menschen Helden. Sie auf diese Weise für Glücksspielwerbung zu benutzen, stimmt nicht mit einem der Prinzipien der Glücksspielaufsicht überein, welches darin besteht, Kinder und junge Menschen vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen.

West Ham hat sich bisher noch nicht zu den Anschuldigen geäußert. Da der Club nicht direkt gegen Regeln verstoßen hat, ist fraglich, ob überhaupt ein Kommentar folgen wird.