Montag, 16. Mai 2022

Unentgeltliche Arbeit im Milliarden­wert: WestLotto stellt Ehrenamt­atlas vor

Webseite ehrenamtatlas.de Der Ehrenamtatlas NRW wurde am Montag präsentiert (Bild: ehrenamtatlas.de)

Die Einwohner von Nordrhein-Westfalen leisten alljährlich ehrenamtliche Arbeit im Milliardenwert. Am Montag hat der Lotterie-Betreiber WestLotto den Ehrenamtatlas – So engagiert sich NRW vorgestellt. Diesem zufolge betrage der finanzielle Gegenwert der freiwilligen Arbeit von Ehrenamtlichen aus NRW 19,14 Mrd. Euro pro Jahr.

Die Basis der Aufstellung bilde laut WestLotto eine aktuelle forsa-Umfrage, die der Lotto-Veranstalter in Auftrag gegeben hat. Diese untersuchte die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Bürger in Bereichen wie Sport, Wohlfahrt, Kunst, Kultur sowie Natur- oder Denkmalschutz in allen Regionen von Deutschlands größtem Bundesland.

Andreas Kötter, Sprecher der WestLotto-Geschäftsführung, erklärte:

Das Ehrenamt braucht uns. Unsere Gesellschaft muss dafür sorgen, dass Engagement möglich ist und gesehen wird. (...) An vielen Stellen laufen längst phantastische Initiativen zur Förderung des Ehrenamtes. Wir müssen als Gesellschaft alles dafür tun, damit diese auch auf fruchtbaren Boden treffen. Ohne Ehrenamt geht es nicht.

Ein offener Austausch über den Wert des Ehrenamtes sei von daher besonders wichtig. Schließlich gehe dieser weit über den finanziellen Beitrag hinaus. Dafür gebühre den rund 7,5 Mio. Ehrenamtlichen in NRW besonderer Dank.

Die Hälfte der Bevölkerung engagiert sich

Das Engagement sei landesweit bemerkenswert. Besonders hoch falle der finanzielle Gegenwert in den bevölkerungsreichen Ballungsräumen aus. So entsprächen die ehrenamtlichen Leistungen der Bürger aus Städten wie Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln oder Münster einem Wert von jeweils über 500 Mio. Euro. Doch auch aus Regionen wie dem Rhein-Sieg-Kreis oder dem Ennepe-Ruhr-Kreis sei ein vergleichbar hoher Beitrag zu vermelden.

Auf ganz NRW bezogen betrage die Ehrenamtquote 50 %. Die Helfer wendeten dabei durchschnittlich knapp 214 Stunden pro Jahr für ihre gemeinnützige Tätigkeit auf – etwa ein halber Arbeitstag pro Woche.

Der Corona-Knick

Allerdings habe das ehrenamtliche Engagement unter dem Einfluss der Corona-Pandemie gelitten. Demnach habe fast die Hälfte der Ehrenamtlichen angegeben, etwas (22 %), bzw. deutlich weniger (24 %) Zeit für ihre Tätigkeit aufgewendet zu haben.

Andreas Kötter von WestLotto mahnte deshalb ein gesteigertes Engagement an, um die Menschen wieder stärker für ein Ehrenamt zu motivieren. Er sagte:

Es wird ein unvergleichlicher Kraftakt, diese Menschen wieder ins Ehrenamt zurückzuholen.

Ähnlich äußerte sich Professorin Dr. Andrea Walter von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, die die Einordnung der Umfrageergebnisse wissenschaftlich begleitete. Sie erklärte, dass der Corona-bedingte Rückgang in Anbetracht des Lockdowns zu erwarten gewesen sei.

Doch die Daten sollten „uns im Sinne des Ehrenamtes aufhorchen lassen“, so Walter. Sie halte nachhaltige Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität des Ehrenamtes ebenfalls für unverzichtbar.