, 07.04.2021

Der Skandal um mutmaßlichen Wettbetrug beim ÖFB-Cup-Spiel zwischen dem Zweitligisten Austria Klagenfurt und dem Regionalligisten ATSV Stadl-Paura (7:1) im August 2020 scheint sich auszuweiten. Laut einem heute erschienenen Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) ermittle die Staatsanwaltschaft Klagenfurt im Zusammenhang mit dem Fußballspiel nicht mehr nur wegen des Verdachts des schweren Betruges, sondern auch wegen möglicher Geldwäsche und Geldfälschung.

 

Früheren Medienberichten zufolge könnten hohe Einsätze auf dem asiatischen Wettmarkt und der auffällige Spielverlauf die Untersuchung angestoßen haben. So waren sechs der acht erzielten Tore erst in der zweiten Halbzeit gefallen.

 

Die mögliche Schadensumme werde derzeit mit fünf Millionen Euro beziffert. Die Behörde habe nun außerdem bestätigt, dass sie wegen eines weiteren ÖFB-Cup-Spiels ermittle, bei dem es offenbar „Unregelmäßigkeiten“ gegeben habe.

Die Sportwettenbranche ist für Österreich von wirtschaftlicher Bedeutung. Laut einer Studie der „Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung“ und dem „Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik Linz“ aus dem Jahre 2020 trage der Sektor mehr als 380 Millionen Euro jährlich zum Bruttosozialprodukt Österreichs bei.

Behörde ermittelt seit Monaten wegen Wettbetrugs

 

Bereits im Januar dieses Jahres hatten österreichische Medien berichtet, dass die Ermittler nach der Erstrundenpartie vom 28. August 2020 einem Manipulationsverdacht nachgegangen seien. Die Staatsanwaltschaft räumte Ermittlungen gegen drei Beschuldigte ein.

 

Dabei sollte es sich um einen Ex-Spieler des ATSV Stadl-Paura, eine Person aus dem Umfeld eines südkoreanischen Investors sowie einen ehemaligen Funktionär des Vereins gehandelt haben. Vereins-Obmann Hans Stöttinger hatte die Ermittlungen zwar bestätigt, jedoch jede Kenntnis des Vereins bestritten.

„Ich glaube, dass nicht einmal der besagte Funktionär recht viel damit zu tun hat, ich habe ihn abgesetzt, nachdem die Staatsanwaltschaft mich informiert hat. Mir gegenüber hat er beteuert, dass es von unserem damaligen koreanischen Sponsor ausgegangen ist. Der Verein ist schuldlos.“

Neueste Ermittlungsergebnisse legten allerdings nahe, dass noch weitere Personen aus dem Kreis des ATSV Stadl-Paura in die Causa involviert sein könnten. Dabei handele es sich laut OÖN um einen weiteren Funktionär des Vereins. Nach monatelanger Untersuchung stünde die Justiz bei ihren Ermittlungen noch immer „eher am Anfang.“ Welche Dimensionen der Wettskandal noch annehmen könnte, bleibt abzuwarten.