, 02.04.2020

Der Tennis Grand Slam von Wimbledon wird wegen des grassierenden Coronavirus in diesem Jahr ausfallen. Dies gab der für die Ausrichtung des Turniers verantwortliche All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) gestern bekannt.

 

Erster Wimbledon-Ausfall seit Kriegsende

 

Nach der Unterbrechung von WTA- und ATP-Turnieren bis mindestens zum 13. Juli 2020 lässt der internationale Tennissport weiter Federn im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

 

Wie Wimbledon-Ausrichter AELTC gestern offiziell bekanntgab, werden die Wimbledon Championships in diesem Jahr nicht stattfinden. Statt wie geplant vom 29. Juni bis 12. Juli 2020 werde die 134. Ausgabe des legendären Rasenturniers nun erst im kommenden Jahr ausgetragen.

Seit 1877 organsiert der AELTC im Londoner Stadtteil Wimbledon die Wimbledon Championships. Die diesjährige Absage aufgrund der COVID-19-Pandemie stellt den erst 11. Ausfall des Rasenturniers seiner Geschichte dar. Zuvor war die Serie nur von 1915 bis 1918 sowie von 1940 bis 1945 im Zuge des 1. und 2. Weltkriegs unterbrochen worden.

In seinem Statement erklärte der Verein sein tiefes Bedauern über die Absage. Dennoch habe es im Sinne der öffentlichen Gesundheit keine Alternative gegeben:

Für uns standen die Gesundheit und Sicherheit all derer im Vordergrund, die zusammenkommen, um Wimbledon zu dem zu machen, was es ist: die britische Öffentlichkeit und die Besucher aus aller Welt, unsere Spieler, Gäste, Mitglieder, Mitarbeiter, Freiwilligen, Partner, Auftragnehmer und Anwohner – sowie unsere weitergehende Verantwortung gegenüber den Bemühungen der Gesellschaft, diese globale Herausforderung unserer Lebensweise anzugehen.

Der Verein werde sich nun darauf konzentrieren, die Gesellschaft im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus zu unterstützen. Unter anderem geschehe dies durch Spenden von Lebensmitteln und Medizinprodukten.

 

Geteiltes Echo auf Wimbledon-Absage

 

Die Entscheidung, Wimbledon 2020 abzusagen, erzeugte in den sozialen Medien unterschiedliche Reaktionen. Während sich die Tennis-Ikonen Serena Williams und Roger Federer via Twitter „erschüttert“ und „am Boden zerstört“ zeigten, musste sich Boris Becker einiges an Kritik gefallen lassen.

 

Der dreifache Wimbledonsieger hatte in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt, dass die öffentliche Meinung zum Coronavirus zu stark von Angst und Panik geprägt sei. Vor diesem Hintergrund, so der 52-Jährige in einer ersten Reaktion am Mittwoch, hätten sich die Verantwortlichen von Wimbledon dem Druck beugen müssen. Er selbst jedoch halte die Absage für verfrüht.