, March 13, 2019

Das britische Glücksspielunternehmen 888 Holdings gab am Dienstag seine Gewinnzahlen aus dem Jahr 2018 bekannt. Zudem kündigte es an, sich eine Glücksspiellizenz in Malta gesichert und einen Server in Irland eingerichtet zu haben, um möglichen Risiken durch den Brexit vorzubeugen.

 

Rekordzahlen für das Jahr 2018

 

Die gestern von 888 Holdings veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der Gesamtumsatz von 888 Holdings bei 529,9 Millionen US-Dollar lag. Damit gab es im Vergleich zu 2017 zwar einen Rückgang um 2 Prozent, allerdings lag der Gewinn vor Steuern bei 86,7 Millionen US-Dollar. Dies bedeutet eine Gewinnsteigerung von 11 Prozent.

 

888 Casino

Im Bereich der Online Casinos konnte 888 die Umsätze um 8 Prozent steigern. (Bild: Wikipedia)

Die Umsatzzahlen zeigen im Casino-Bereich eine Steigerung um 8 Prozent auf 317,6 Millionen Dollar im Vergleich zu den im Jahr 2017 erzielten 293,9 Millionen US-Dollar. Im Bereich der Sportwetten konnte 888 Holdings sich von einem Umsatz von 75,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2017 um 6 Prozent auf 80,3 Millionen Dollar steigern.

 

Umsatzrückgänge gab es im Bingo- und Poker-Bereich. Im Geschäftsbereich Poker sind die Einnahmen um 37 Prozent auf 49,0 Millionen US-Dollar gesunken. Im Bingo-Segment gab es einen Rückgang von 17 Prozent auf 32,4 Millionen US-Dollar.

 

Geschäftsführer Itai Pazner zeigte sich insgesamt mit dem Jahresabschluss zufrieden:

„Trotz der Schwierigkeiten in einigen Geschäftsbereichen war die finanzielle Leistung stabil und wir konnten ein Rekord-EBITDA erzielen. Die Gruppe erreichte in verschiedenen geregelten Märkten, vorrangig in Kontinentaleuropa, ein kontinuierliches Wachstum, das von einer guten Dynamik im Bereich Casino und Sport gestützt wurde.“

Angesichts der derzeitigen Marktunsicherheiten, die die Debatte um den Brexit mit sich bringt, gab 888 Holdings zudem einige Maßnahmen bekannt, mit denen sich das Unternehmen den Zugang zu den Märkten in der Europäischen Union sichern will.

 

Lizenz in Malta und Server-Farm in Irland

 

Der Status von Gibraltar, so betonte 888 Holdings im Bericht zum Jahresabschluss, bleibt angesichts des Brexits unklar. Damit sei der Zugang des Glücksspielanbieters zum EU-Markt nicht sichergestellt.

 

Es könne nicht garantiert werden, dass die Lizenzen ihre Gültigkeit für den europäischen Markt behalten werden. Abgesehen davon könne der Brexit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung Großbritanniens haben und die Umsätze dort könnten schwächer werden.

Brexit weiter unklar

 

Gestern stimmte das britische Unterhaus mit 391 zu 242 Stimmen erneut gegen den EU-Ausstiegsvertrag. Bereits am 15 Januar hatte Theresa May eine Niederlage hinnehmen müssen. Nachdem sie auch dieses Mal keine Zustimmung für den Vertrag erhalten hat, ist weiter unklar, wie der für den 29. März geplante Brexit aussehen wird. Heute wird das Unterhaus über eine No-Deal-Brexit abstimmen, dieser wird allerdings als unwahrscheinlich bewertet.

Um den weiteren Marktzugang zur Europäischen Union zu garantieren, habe sich 888 eine Glücksspiellizenz in Malta gesichert. Außerdem habe es eine Server-Farm in Irland errichtet. Nach GVC Holdings ist 888 damit das zweite Glücksspielunternehmen, das Server für seine Online Casinos nach Irland verlegte.

 

Erst Anfang des Monats hat der Glücksspielkonzern GVC Holdings einige seiner Server von Gibraltar nach Irland verlegt, wie Reuters [Seite auf Englisch] berichtete. Der Sitz des Online-Geschäftsbereiches soll sich aber weiterhin in Gibraltar befinden.

 

888 Holdings gab an, über diese Maßnahmen hinaus auf eine geographische Ausweitung seiner Kundenbasis zu setzen. So hat das Unternehmen Ende 2018 eine Glücksspiellizenz von der schwedischen Glücksspielbehörde erhalten, wo es ein Online Casinos und Sportwetten anbieten wird. Außerdem konnte sich 888 im Januar eine Lizenz für Portugal sichern.

 

Einer der stärksten Märkte ist für 888 neben dem britischen Markt derzeit der spanische. Auch auf diesem konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der in Spanien erzielte Umsatz um 8 Prozent auf 68 Millionen US-Dollar an und machte 13 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

 

In Italien konnte das Unternehmen einen Umsatzanstieg um 29 Prozent verzeichnen. Dabei wird der Bereich der Sportwetten in Italien als robust bewertet. Allerdings seien angesichts des Glücksspielwerbeverbotes und der neuen Glücksspielsteuern mögliche Umsatzeinbußen zu erwarten.

 

Ob sich der Schwerpunkt des Unternehmens tatsächlich von Großbritannien zu anderen Märkten hin verlagert, wird maßgeblich vom Brexit abhängen. Jedoch spielt auch die rechtliche Situation in den europäischen Zielmärkten eine wichtige Rolle.