, 04.03.2021

Die deutschen Discounter Aldi und Lidl erweitern ihren Einfluss im E-Sport-Bereich. Erst in dieser Woche wurde Aldi von der League-of-Legends-Liga „Prime League“ als offizieller Partner bestätigt. Die Supermarkt-Kette Lidl war bereits im Januar als Partner beim deutschen E-Sport-Team von SK Gaming eingestiegen. Doch was steckt hinter dem gewachsenen Interesse der Konzerne am E-Sport?

Das Thema E-Sport beschäftigt derzeit nicht nur die deutschen Discounter. Auch Unternehmensketten wie der aus Schweden stammende Möbelanbieter Ikea verfolgen den Trend. Anfang des Jahres hatte Ikeas Design-Team seine neuen Wohnideen für Gamer vorgestellt.

Zugang zur Gaming-Community gesucht

 

Im Januar hatte Aldi bekanntgegeben, sich als neuer „Förderer und Unterstützer der gesamten Gaming-Szene“ positionieren zu wollen und hatte dazu eine eigene Abteilung „Aldi Gaming“ gegründet. Das Projekt stehe für „viele Aktionen, Services und Produkte für Gamer.“

 

Im Rahmen der Ankündigung wurde auch über die Absicht des Milliarden-Konzerns berichtet, mit der Prime League zu kooperieren. Am Montag teilte die Liga nun auf ihrer Webseite mit, was Aldi mit der Unterstützung für die LoL-Liga beabsichtige:

„Mit ALDI Gaming haben sich die Unternehmensgruppen ALDI Nord und ALDI SÜD zum Ziel gesetzt, die E-Sport- und Gaming-Szene in Deutschland zu fördern. Großen Wert legen sie dabei auf die Community, die ein essenzieller Bestandteil unserer Szene ist. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde neben dem Engagement in der Prime League unter anderem auch ein eigener Twitch-Kanal gestartet, mit dem ALDI Gaming in den direkten Austausch mit der Community geht.“

Auch Lidl hatte nach der Jahreswende die Fühler in den E-Sport-Bereich ausgestreckt. Mit einer „Frischpartnerschaft“ unterstützt das Unternehmen das Team von SK Gaming. Ein Teil des Deals sei, die Lieferung frischer Lebensmittel an die Gamer. Zudem kündigte Lidl das ganze Jahr über gemeinsame Aktionen mit SK Gaming an.

 

Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht von Yahoo News, sei es nicht ungewöhnlich, dass Konzerne wie Aldi und Lidl ein gesteigertes Interesse an der E-Sport-Community zeigten. Der Markt verspreche erstaunliches Wachstumspotential.

 

Das große Geld mit dem elektronischen Sport

 

Der E-Sport-Markt scheint für Investoren und Werbetreibende immer lukrativere Bedingungen zu bieten. Während die Umsätze der E-Sport-Branche im Corona-Jahr 2020 noch bei rund 950 Millionen US-Dollar weltweit gelegen hätten, würden bis zum Jahre 2023 Einnahmen von bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar prognostiziert, berichtet Yahoo News.

 

Laut dem Statistikportal Statista könnten die Zuschauerzahlen im E-Sport im selben Jahr bereits die Marke von 646 Millionen erreichen. Die jährlichen Werbeeinnahmen durch den E-Sport wurden im Jahre 2020 allein in den USA auf 196 Millionen US-Dollar taxiert. In diesem Jahr wird schon mit einem Wachstum auf bis zu 226 Millionen US-Dollar gerechnet.

 

Den Prognosen zufolge könnte die Reichweitenstärke der E-Sport-Branche weiter zuzunehmen. Für werbende Unternehmen ergibt sich hierdurch die Chance, neue Absatzmärkte und Zielgruppen zu erreichen.