, 24.10.2020

Die Glücksspielministerin des australischen Bundesstaates Victoria, Melissa Horne, hat am Donnerstag eine neue Anti-Spielsucht-Initiative angekündigt. In Kollaboration mit Settlement Service International (SSI), einer Organisation zur Unterstützung neuer MitbürgerInnen, wolle ihr Ministerium verstärkt Spielsucht-Prävention in multikulturellen Gemeinden betreiben.

 

Wie SSI am Donnerstag in einer Pressemeldung erklärt hat [Seite auf Englisch], ständen insbesondere Flüchtlinge und Migranten im Fokus, die mit der australischen Kultur oder der englischen Sprache noch nicht ausreichend vertraut seien.

 

Die Initiative solle im gesamten Bundesstaat ausgerollt werden und neben Präventionsarbeit auch konkrete Therapieangebote beinhalten. Der Vertrag zwischen dem Ministerium und SSI sei zunächst auf zwei Jahre angesetzt.

 

Violet Roumeliotis, die Geschäftsführerin von SSI, kommentiert:

SSI konzentriert sich darauf, denjenigen zu einem besseren Leben zu verhelfen, die zwar stark und belastbar sind, sich aber nicht immer auf dem richtigen Weg befinden, um ihr volles Potential auszuschöpfen.

Die Hilfsangebote sollen für verschiedene Kulturkreise sowie für den einzelnen Teilnehmer maßgeschneidert werden. Respekt vor der Kultur und Neutralität gegenüber etwaigen Spielsuchtproblemen seien selbstverständlich.

 

Profitieren könnten laut SSI vor allem Afghanen, Inder, Somalier, Sri Lanker, Sudanesen und Syrer.

 

Ministerium will Stigma brechen

Die Initiative gehe mit der Nationalen Woche zur Bewusstwerdung über Glücksspielschäden einher, die aktuell vom 19 bis 25 Oktober im Bundesstaat Victoria zelebriert werde.

 

Während dieser Woche wolle das Ministerium insbesondere in jenen Gemeinden auf das Thema Spielsucht aufmerksam machen, die für gewöhnlich schwer zu erreichen seien. Es sei jedoch wichtig, das Stigma, mit dem Spielsucht behaftet sei, überall zu brechen.

 

Dem pflichte auch Shane Lucas, CEO der zum Ministerium gehörigen Victorian Responsible Gambling Foundation (VRGF), bei. In Bezug auf die neue multikulturelle Initiative kommentiert er:

Kultur und Sprache sollten kein Hindernis darstellen, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Mit der Partnerschaft zwischen der VRGF und SSI zielen wir darauf ab sicherzustellen, dass jeder, der Hilfe in Bezug auf das Glücksspiel benötigt, diese auch erhält, ganz egal wann, wo und auf welche Weise.

SSI werde daher in den jeweiligen Gemeinden „von innen heraus“ in engem Kontakt mit den Teilnehmern arbeiten. Diese Methode habe sich auch in anderen Zusammenhängen stets bewährt.

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