, 07.03.2020

Die Regulierung der Online-Casinos in Deutschland ist schon lange Diskussionsthema. Der Weg, den Schleswig-Holstein schon lange geht, könnte nun bald ein gemeinsamer Weg aller Bundesländer werden. Doch welche Auswirkungen hätte die Legalisierung des Online-Glücksspiels auf die deutsche Wirtschaft?

 

Mehr Steuereinnahmen für deutsche Bundesländer

 

Eines der starken Argumente für eine landesweite Regulierung des Online-Glücksspiels sind die Steuereinnahmen, die dem Land durch die derzeitige Nicht-Regulierung verlorengehen. Problematisch seien, so Analysten, derzeit vor allem jene Anbieter, die bislang in einer Grauzone agieren. Schätzungen zufolge sollen Anbieter illegaler Online-Casinos jährlich rund 2 Mrd. Euro umsetzen. Steuern auf diese Umsätze gingen dem Fiskus derzeit verloren.

Ein Blick in die Berichte der Nachbarländer zeigt, in welchem Umfang sich die Steuereinnahmen aus dem Online-Glücksspiel bewegen könnten. In Spanien betrugen die Steuereinnahmen aus dem regulierten Online-Glücksspiel [Seite auf Spanisch] zwischen Juni 2018 und Juli 2019 rund 163 Mio. Euro. Portugal berichtete für 2018 Steuereinnahmen aus dem Online-Glücksspiel in Höhe von rund 66 Mio. Euro. Dänemark erwartet für dieses Jahr durch eine Erhöhung der Glücksspielsteuer Mehreinnahmen in Höhe von rund 20 Mio. Euro.

Für viele sind jedoch nicht nur die Steuereinnahmen ein Argument für die Regulierung. Auch Arbeitsplätze könnten in Deutschland durch die Legalisierung der Online-Casinos geschaffen werden. Im Gespräch sei, die Eröffnung einer Niederlassung in Deutschland zur Auflage für Lizenzbewerber zu machen. Viele Unternehmen operieren derzeit mit einer Lizenz aus Drittländern und haben ihren Sitz im europäischen Ausland, beispielsweise in Malta.

 

Regulierung als Chance für die Prävention der Glücksspielsucht

 

Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Erhöhung der Steuereinnahmen sehen viele Befürworter in der Regulierung eine Chance für die Prävention der Glücksspielsucht. Marita Junker, Psychologin bei der Hamburger Suchtberatung „Die Boje“, sehe die Legalisierung von Online-Casinos zwar kritisch. Es gebe aber auch eine Seite, die sie gut finde, nämlich:

„dass sich darum jetzt überhaupt gekümmert wird. Denn es gibt einen Online-Glücksspielmarkt, auch wenn er illegal ist, aber es gibt ihn. […] Es wird reguliert, dass ein Limit pro Person von 1.000 Euro pro Monat gesetzt wird.“

Das Limit sei ihrer Meinung nach für viele Menschen zu hoch angesetzt. Stattdessen müsse es die Möglichkeit geben, selbst Limits zu setzen. Positiv sei auch die geplante Sperrdatei. Eine solche sei nicht nur für das Online-Glücksspiel empfehlenswert, sondern solle ihrer Ansicht nach auf alle Glücksspiele ausgeweitet werden.