, 23.05.2020

Mit der schrittweisen Wiedereröffnung von Spielstätten müssen auch deren Betreiber neue Hygienestandards umsetzen. Dem trägt nun das deutsche Automatenschwergewicht Gauselmann Rechnung und produziert im eigenen Werk eine Einlassampel, die Besucherströme lenken soll.

 

Neuer Alltag mit C-Ampel

 

Wie der Glücksspielkonzern Gauselmann in dieser Woche bekanntgab, reagiert das Unternehmen mit der Bereitstellung einer technischen Lösung auf die Herausforderungen, mit denen sich Geschäfte mit Publikumsverkehr angesichts der Covid-19-Pandemie konfrontiert sehen.

 

In ihrem Werk im nordrhein-westfälischen Lübbecke fertigt die Gauselmann Tochter adp Gauselmann GmbH (adp) nun Einlassampeln, die Gastronomie, Einzelhandel und Spielstätten entlasten sollen.

 

Für Dominik Raasch aus dem adp-Produktmanagement sei die Entwicklung der sogenannten C-Ampel im Hause Gauselmann laut eigener Angabe naheliegend gewesen:

Bei der adp entwickeln, produzieren und vertreiben wir nicht nur Geldspielgeräte und Spiele, sondern auch Einlasskontrollsysteme. Auf diesem Gebiet verfügen wir über jahrelange Erfahrungen. Diese haben wir genutzt, um mit der C-Ampel den ‚neuen Alltag‘, den wir derzeit alle erleben, etwas einfacher zu gestalten und einen Beitrag zum Infektionsschutz zu leisten.

Die C-Ampel registriert per Infrarot-Sensor, wie viele Kunden ein Geschäft betreten und verlassen. Durch die bekannte Ampelsymbolik und optische sowie akustische Signale seien die bestehenden Auflagen sicher und einfach umzusetzen. Zudem könne die derzeit für 595 Euro angebotene technische Lösung laut Hersteller Gauselmann zur Einsparung von Sicherheitspersonal beitragen.

 

Geschäftsfeld mit Potenzial?

 

Via Funkfernbedienung oder direkt am Gerät ist einzustellen, wie viele Personen sich gleichzeitig im Betrieb befinden dürfen. Sind noch Kapazitäten vorhanden, leuchtet die Ampel grün. Ist das Volumen ausgeschöpft, springt sie auf Rot. Da auch das Verlassen des Geschäfts registriert wird, zeigt die Ampel automatisch an, wann der Einlass wieder möglich ist.

 

Sollte der Kontrollbereich betreten werden, obwohl die Ampel auf Rot steht, ertönt ein akustisches Signal, das den Besucher und das Personal auf den Verstoß aufmerksam macht.

Die Gauselmann Gruppe beschäftigt eigenen Angaben rund 14.000 Angestellte. Während der Corona-bedingten Schließung von unter anderem europaweit über 700 Merkur-Spielstätten habe die Führungsetage, die rund 60 Personen umfasse, entschieden, ihr Gehalt auf 50 % zu stunden.

Mit der C-Ampel begibt sich Gauselmann in eine Nische, die angesichts der Vorgaben zum Infektionsschutz großes Potenzial bieten dürfte. Inwieweit sich der Glücksspielriese auch abseits der eigenen Geschäftsfelder mit seinem System durchsetzen wird, bleibt jedoch abzuwarten:

 

So setzt beispielsweise der Discounter Aldi Süd in der Schweiz bereits Einlassampeln ein. Diese Lösung stammt jedoch von dem Schweizer Datenanalyse-Unternehmen ASE.

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