, 05.04.2021

Der Verband Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. hat sich am Ostersonntag einer dpa-Meldung zufolge für die Öffnung der Spielhallen und gegen Mindestabstände ausgesprochen. Angesichts der andauernden Schließungen beobachte die Branche eine Verlagerung ins illegale Online-Glücksspiel und in Hinterzimmer.

 

Mindestabstände für Spielhallen bei überall verfügbarem Online-Glücksspiel

 

Bereits seit Monaten warnen die Automatenverbände angesichts der Änderungen, die mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 einhergehen, vor massenhaften Schließungen und damit verbundenen Arbeitsplatzverlusten. Wenn die Länder Spielhallen nach Mindestabständen regulierten, drohten Betriebsschließungen, so der Vorstandssprecher von Die Deutsche Automatenwirtschaft e. V., Georg Stecker.

In Baden-Württemberg hat die Automatenbranche bereits im Februar eine Petition gestartet, die von der Landesregierung ein faires Landesglücksspielgesetz fordert. Ab dem 30. Juni drohten bis zu 80 % der staatlich konzessionierten Spielhallen die Schließung. Grund seien die dann geforderten Mindestabstände von 500 Metern untereinander und zu Kinder- und Jugendeinrichtungen.

 

Spielerschutz und Qualität, so die Initiatoren der Petition, sollten jedoch höher gewichtet werden als Mindestabstände. Zudem seien bis zu 8.000 Arbeitsplätze im Land „massiv bedroht“. Bislang hat die Petition 9.681 Unterstützer gefunden (Stand: 05.04.2021).

Mindestabstände ergäben laut Stecker angesichts der künftig überall verfügbaren Online-Angebote keinen Sinn. Zu den Änderungen der Landesglücksspielgesetze in Zusammenhang mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 komme außerdem der monatelange Corona-Lockdown.

 

Der Corona-Lockdown und die Bedeutung legaler Angebote

 

Stecker erklärte, die Lage der Branche sei „dramatisch“:

Die Spielhallen sind seit Anfang November abermals geschlossen. Im Jahr 2020 hatte die Branche im Bereich der Automatenaufstellung einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent.

Dies treffe jedoch nicht nur die Spielhallen, sondern auch die Industrie, die die Geräte liefere. Viele Unternehmen hätten Reserven aufgebracht, wirtschaftliche Hilfen flössen nur schleppend. Gezeigt habe der monatelange Lockdown zudem, dass eine Verlagerung ins illegale Glücksspiel stattfinde.

 

Um den Schwarzmarkt zu bekämpfen, brauche es einen „funktionierenden“ Vollzug und ein „ausreichendes, attraktives legales Angebot“. Die Länder seien daher nun am Scheideweg. Sie müssten sich entscheiden, ob sie Spielhallen nach Qualitätskriterien regulieren und den Spielerschutz stärken oder das legale Angebot vernichten.

 

Hinsichtlich der Corona-Lage halte Stecker eine Öffnung für eine Option. Der Gesundheitsschutz stehe für die Branche an oberster Stelle. Da in Spielhallen Alkoholverbot herrsche und ausreichend Platz für Besucher vorhanden sei, sich diese zudem kaum bewegten, sei der Schutz definitiv gegeben.

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