Donnerstag, 06. Oktober 2022

Baden-Württemberg: Chef der Landes­medienanstalt tritt Lotto-Präventionsbeirat bei

Gebäude Lotto Baden-Württemberg Nordbahnhofstrasse Stuttgart Lotto Baden-Würrtemberg hat seinen Präventionsrat um LFK-Chef Wolfgang Kreißig erweitert (Quelle:lotto-bw.de/Ferdinando Iannone)

Wolfgang Kreißig, Präsident der baden-württembergischen Landesmedienanstalt LFK ist neues Mitglied des Präventionsbeirates von Lotto Baden-Württemberg. Dies gab die LFK in einer gestern veröffentlichten Mitteilung bekannt. Im Fokus seines Engagements, so Kreißig, sehe er die Stärkung des Jugendschutzes und die Sensibilisierung für die Risiken von Online-Glücksspielangeboten.

Lotto-Beirat zur Optimierung des Spielerschutzes

Wie die LFK mitteilt, sei ihr Präsident Dr. Wolfgang Kreißig mit sofortiger Wirkung in den Präventionsbeirat des Glücksspielanbieters Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg berufen worden.

Gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern des Gremiums werde er sich künftig um die Weiterentwicklung des Spieler- und Jugendschutzes des Lotterieanbieters bemühen.

Der Präventionsbeirat von Lotto Baden-Württemberg wurde 2013 ins Leben gerufen. Ziel ist laut Unternehmen die Optimierung der eigenen Spielerschutzkonzeption. Hierzu stehe das auf fünf Personen angelegte Gremium auch im Austausch mit externen Interessenvertretungen.

Bei seinen Treffen im Jahr 2020 hätten unter anderem die mit dem Glücksspielstaatsvertrag einhergehenden neuen Anforderungen an den Spielerschutz sowie Änderungen von Monitoring-Aktivitäten und der Aufbau eines Früherkennungssystems im Fokus gestanden.

Ebenfalls Teil des Beirats sind laut Lotto Baden-Württembergs Responsible Gaming Bericht 2020:

Christa Niemeier (Referentin für Suchtprävention, Landesstelle für Suchtfragen) und Prof. Dr. Mira Fauth-Bühler (FOM Hochschule für Ökonomie & Management, Stuttgart) sowie Prof. Dr. Tilman Becker (Universität Hohenheim, Geschäftsführender Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel) und Günther Zeltner (Seniorberater der Evangelische Gesellschaft Stuttgart für den Bereich Prävention und Kooperation mit Glücksspielanbietern).

Herausforderung Online-Glücksspiel

Im Statement macht der Jugendschutzexperte Kreißig deutlich, gerade in den Neuerungen des Glücksspielstaatsvertrages Herausforderungen für den Jugend- und Spielerschutz zu sehen. So bärgen die nun bundesweit legal nutzbaren Online-Casinos und weiteren Online-Glücksspielangebote auch neue Risiken:

Für die meisten Menschen stellen Glücksspiele eine kleine Abwechslung im Alltag dar. Aber sie bergen auch Suchtrisiken, insbesondere wenn sie digital angeboten werden und somit rund um die Uhr und überall zugänglich sind. Die Regelungen des neuen Glücksspielstaatsvertrages schaffen hierzu klare gesetzliche Strukturen, deren Einhaltung aber auch konsequent kontrolliert werden muss.

Entsprechend wichtig sei es, insbesondere jüngere NutzerInnen auch für die Gefahren des digitalen Spiels zu sensibilisieren. Als Leiter der Landesmedienanstalt LFK habe er die Möglichkeit, seine Expertise in Sachen Jugendmedienschutz in die Arbeit des Präventionsbeirats einfließen zu lassen.

Unter anderem in seinem Geschäftsbericht 2020 spricht Lotto Baden-Württemberg von einem kommenden neuen Produktportfolio. Dieses solle nicht nur dem Spielerschutz, sondern auch dem gesetzlichen Kanalisierungsauftrag in Bezug auf das Glücksspiel gerecht werden. Besonderen Wert lege der Lotterie-Anbieter in diesem Zusammenhang auf die geplante Errichtung einer voll funktionsfähigen Aufsichtsbehörde für das Online-Glücksspiel.

Inwieweit sich hieraus Ambitionen lesen lassen, zeitnah mit eigenen Online-Casino-Angeboten aufzuwarten, bleibt dahingestellt. Mit dem Medienexperten Kreißig an der Seite dürfte Lotto Baden-Württemberg jedoch sehr gut für damit einhergehende Herausforderungen aufgestellt.