, 30.04.2018

Visa-Karte bei der Bezahlung

Für Zahlungen mit der Visa-Karte fallen Gebühren an. (Bild: wiwo.de)

 

Die deutschen Kreditinstitute haben mit Casinospielern offenbar eine neue Einnahmequelle gefunden. Wie jetzt bekannt wurde, erhebt die ING Diba ab dem 1. Juli 2018 eine Gebühr für Transaktionen im Zusammenhang mit Online Casinos.

 

Die Gebühr beträgt 3 % jeder Zahlung und gilt bei jedem Transfer mit der Visa-Karte. Sie gilt sowohl für Ein- als auch Auszahlungen und wird im Rahmen der geänderten Geschäftsbedingungen der Bank erhoben. Neben Online Casinos sind außerdem landbasierte Casinos und Bezahlungen von Lotterieprodukten betroffen.

 

Obwohl die Gebühr bei einem Anteil von 3 % liegt, beträgt sie in jedem Fall 3,90 Euro eines jeden Umsatzes mit der Visa-Karte.

 

Kunden verärgert über neue Glücksspiel-Gebühr

Eine explizite Information der Kunden über die neue Gebühr hat es offenbar nicht gegeben. So berichten verärgerte Kunden davon, für eine Kreditkartenzahlung in Höhe von 10 Euro ohne Ankündigung die Mindestgebühr von 3,90 Euro bezahlt zu haben. Auf Nachfrage seien sie lediglich auf die AGB der Bank verwiesen worden.

 

Die Verbraucherzentralen der Länder, darunter namentlich die Beratungsstelle in Rheinland-Pfalz, berichten jedoch, bisher noch keine Beschwerden über die Glücksspiel-Gebühr erhalten zu haben.

 

Wie die FAZ schreibt, gehe es den Banken bei der neuen Casino-Gebühr nicht etwa um den Aspekt des Spielerschutzes bei Online Glücksspiel, sondern darum, den eigenen Haushalt soweit zu stabilisieren, dass andere Leistungen weiterhin kostenfrei angeboten werden können. Dazu gehören beispielsweise kostenlose Kreditkarten oder eine Kontoführung ohne Extrakosten.

 

Man habe sich dabei bewusst für die Visa-Karte entschieden, so ein Bankensprecher. Der Grund dafür sei, dass die Visa-Karte als Zahlungsmittel im Internet anerkannt und akzeptiert ist, während die EC-Karte nur für den landbasierten Gebrauch zugelassen ist.

 

ING Diba nicht einzige Bank mit Casino-Gebühr

Die ING Diba ist nicht das einzige Kreditinstitut, das eine Glücksspiel-Gebühr erhebt. Auch Anbieter wie die Consorsbank, die DKB, die Comdirect und die Postbank arbeiten bereits seit einiger Zeit mit der Extra-Abgabe. Seitens der ING Diba heißt es zur Einführung der Gebühr, dass es sich um eine geschäftspolitische Entscheidung gehandelt habe, die zudem keineswegs unüblich sei:

„Es handelt sich um eine am Markt gängige Gebühr, die auch von anderen Banken erhoben wird – die Höhe entspricht dem Marktstandard.“

Die Höhe der Gebühr unterscheidet sich dabei von Bank zu Bank, bewegt sich aber in einem annähernd gleichen Rahmen. Dabei fällt die Mindestgebühr von 3,90 Euro bei der ING Diba noch verhältnismäßig gering aus angesichts der Beträge, die bei der Konkurrenz gelten.

 

So verlangen die Consorsbank und die Postbank zwar nur 2,5 % des Umsatzes, dafür jedoch einen Mindestbetrag von 5 Euro. Die Postbank erhebt ihre Casinogebühr sogar bereits seit 2015. Bei der Comdirect und der DKB liegt die Gebühr bei einer Höhe von 3 %.

 

Aber nicht nur bei der Visa-Karte haben Casinospieler mit Nachteilen zu kämpfen, auch bei PayPal hat es bereits Einschnitte gegeben. Im Jahr 2016 wurden dort die Käuferschutzbestimmungen geändert.

 

Extra-Kosten können im dreistelligen Bereich liegen

Die erhobene 3 % Casino-Gebühr mag auf den ersten Blick gering erscheinen. Doch legt man den Prozentsatz einer Einzahlung in Höhe von 3.000 Euro zugrunde, im Übrigen ein Betrag, der häufig nötig ist, um ein Casino-Willkommenspaket voll auszuschöpfen, können sich die Extrakosten schnell auf 90 Euro belaufen.

 

Und selbst bei regelmäßigen Einzeleinzahlungen von lediglich 10 Euro kann die Gebühr aufgrund ihres Mindestbetrags von 3,90 Euro bei 20 Einzahlungen in kurzer Zeit 78 Euro erreichen.

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