, 23.10.2019

Der moldawische Pokerprofi Serghei Lisii (25) hat am Dienstag das Battle of Malta (BOM) Main Event 2019 gewonnen. Am Finaltisch im InterContinental Hotel in St. Julians setzte sich Lisii gegen acht Kontrahenten durch und sicherte sich nach einem Deal ein Preisgeld in Höhe von 247.167 Euro.

 

Beim größten Pokerturnier Maltas waren in diesem Jahr 4.657 Spieler angetreten, die einen Gesamtpreispool von rund 2.25 Millionen Euro kreiert hatten.

 

Damit registrierten sich für das BOM in diesem Jahr insgesamt 841 Spieler mehr als noch im Vorjahr. Für die Veranstalter war es der siebte Teilnehmerrekord seit Gründung des BOM.

Die Geschichte des Battle of Malta Main Event

2012 – 349 Teilnehmer – Preispool: 169.265 Euro

2013 – 888 Teilnehmer – Preispool: 430.680 Euro

2014 – 1.447 Teilnehmer – Preispool: 701.795 Euro

2015 – 1.804 Teilnehmer – Preispool: 875.000 Euro

2016 – 1.814 Teilnehmer – Preispool: 879.305 Euro

2017 – 2074 Teilnehmer – Preispool: 1.005.890 Euro

2018 – 3.816 Teilnehmer – Preispool: 1.850.760 Euro

2019 – 4.657 Teilnehmer – Preispool: 2.258.645 Euro

Ein letzter Tag mit zwei Finaltischen

 

Noch 11 Spieler waren gestern an zwei Finaltischen in den letzten Turniertag des BOM-Main Events (Link auf Englisch) gestartet. Der ungewöhnliche Spielmodus bevorteilte vor allem Short-handed-Spezialisten, die auf eine aggressive Spielweise setzten.

 

Erster Risikonehmer war am Dienstagnachmittag Vincenzo Pinna, der seine verbliebenen 4 Millionen Chips vom Button mit in die Mitte geschoben hatte, jedoch nichts gegen Steven Van Zadeldorfs (40) ausrichten konnte. Der Niederländer war vom Small-Blind ebenfalls All-in gegangen und traf auf einem Board von ein Top-Pair mit besserem Kicker.

 

Nur zwei Minuten später musste Valerii Firstenko auf Platz 10 seinen Hut nehmen. Der Ukrainer hatte mit alle Chips riskiert, verlor allerdings den Coinflip gegen des Iren Colum Higgins (25). Mit nur noch acht Teilnehmern war es nun an der Zeit, die Sitzordnung am Finaltisch auszulosen.

 

Der offizielle Finaltisch beginnt

 

Zu Beginn des achtköpfigen Finaltischs drückte erneut Steven Van Zadelhoff aufs Gaspedal, der sich eine Reihe kleinerer Pötte sicherte. Die Eliminationen am Tisch überließ er aber anderen. Erstes Opfer am Final Table war Flavio Laudani (34) aus Italien. Der römische Gastronom setzte vor dem Flop all seine Chips mit und traf auf Colum Higgins . Nachdem sich seine Hand weder auf Flop, Turn noch River verbessern konnte, hieß es für ihn „Ciao Malta“.

 

Promo-Anzeige für das Battle of Malta

Das Battle of Malta findet seit 2012 statt. (Quelle: Battle of Malta’s official promo 2016 by Azzopdan, licensed under CC BY-SA 4.0)

Higgins, der an diesem Tag einen guten Kartenlauf erwischt hatte, setzte seine Siegsträhne fort. Mit gewann er anschließend den Coinflip gegen Shaun De Cesares (28), der hielt. Für den Lokalmatador war es womöglich ein besonders bitterer Moment.

 

De Cesares Vater ist Eigentümer des Turnierveranstalters Casino Malta und der Glücksspielfirma Eden Leisure Group.

 

Nachdem innerhalb der nächsten Stunde auch Bruno Massimo (50), Rune Moerk (52) und Leo Worthington-Leese (27) aus dem Turnier ausgeschieden waren, kam es zum Geplänkel der Big Stacks. Die vier letzten Turnierspieler hielten nach Ende einer kurzen Pause zwischen 24.31 und 31.85 Millionen Chips.

 

Der kleinste der großen Stacks gehört dabei Josef Guláš (50) aus Tschechien. Er knöpfte Steven Van Zadelhoff in nur zwei Händen knapp 13 Millionen Chips ab, welcher sich wiederum am Chip Stack von Colum Higgins bereicherte. Mit gab dieser all seine Chips an Van Zadelhoff ab, der mit auf einem Flop von einen Drilling getroffen hatte.

 

A Chip and a Chair

 

Nun schlug der vornehmlich passiv spielende Serghei Lisii zu. Mit gewann er den Münzwurf gegen Josef Guláš und befand sich plötzlich im Heads-Up gegen Van Zadelhoff.

 

Dieser ging mit einem 2 zu 1 Chiplead in das Duell und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich sogar noch aus. Nachdem Zadelhoff sogar die 100 Millionen-Marke geknackt hatte und Lisii auf 13 Millionen Chips zurückgefallen war, dachte wohl keiner der Zuschauer, dass Lisii das Turnier noch gewinnen würde. Doch der in Sotchi wohnhafte Pokerprofi schien es allen zeigen zu wollen.

 

In scheinbar aussichtsloser Lage gewann der Moldauer zwei All-ins nacheinander und verlor danach keine entscheidende Hand. Nach etwas mehr als einer Stunde schob Zadelhoff schließlich seine letzten Chips mit in die Mitte. Lisii callte mit und gewann das Turnier. Damit bestätigte er eine alte Poker-Weisheit: Manchmal braucht es zum Turniersieg nur einen Chip und einen Stuhl.