, 13.07.2020

Bayern möchte Betroffene noch besser beim Kampf gegen die Spielsucht unterstützen und startet dafür eine Online-Beratung. Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml am Freitag in einer Pressemitteilung erklärte, solle das PlayChange getaufte Angebot am 15. Juli online gehen.

 

Nach Auskunft von Huml werde die bayerische Landesstelle Glücksspielsucht (LSG) PlayChange betreiben und dabei Unterstützung von ihrem Gesundheits- und Pflegeministerium erhalten. Die Plattform solle Spielsüchtigen im Internet anonym und schnell Hilfe bieten.

 

Die Gesundheitsministerin betonte:

Für Glücksspielsüchtige – oder ihre Angehörigen – ist es oftmals eine große Hürde, sich professionelle Unterstützung zu suchen, denn nicht selten schämen sich die Betroffenen für die Krankheit. PlayChange soll helfen, diese Hürde zu überwinden. Der Nutzer kann sich anonym registrieren und dann per E-Mail, Messenger oder Chat einen Berater kontaktieren. Auch Telefontermine können über PlayChange vereinbart werden.

PlayChange sei eine ideale Ergänzung zum in Bayern bereits bestehenden analogen Angebot. Das Bundesland wolle mit der digitalen Suchtberatung in Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen. Zudem sei der Onlineweg eine ideale Möglichkeit zur kontaktlosen Erstberatung, was gerade in Zeiten der Corona-Pandemie nötig sei, um Betroffenen unbürokratisch Hilfe zukommen zu lassen.

 

Beratungsangebot auf PC und Smartphones

Für eine möglichst nutzerfreundliche Online-Beratung sei neben der PC-Version eine App entwickelt worden, die sich Spieler kostenlos auf ihre Smartphones laden könnten, um auch mobil auf das Angebot zugreifen zu können. Die Entwicklung habe ein Jahr in Anspruch genommen und etwa 36.000 Euro gekostet.

Um Betroffene gezielt zu betreuen, unterstützt der Freistaat die LSG seit 2008. Mittlerweile umfasst das von der LSG betriebene Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht über 70 Anlaufstellen für Spielsüchtige. Um eine Fortführung der Arbeit zu gewährleisten, will das Ministerium die LSG bis 2023 mit weiteren 8,7 Mio. Euro finanzieren.

Dass es in Bayern einen Bedarf an einem breitflächigen Beratungsangebot gibt, zeigt die Zahl der Betroffenen. So gebe es nach Angaben des Gesundheitsministeriums in dem Bundesland knapp 70.000 Spieler mit einem problematischen Glücksspielverhalten.

 

Aufgrund von Erhebungen aus den Jahren 2011 bis 2017 schätze die Behörde, dass etwa 33.000 von ihnen spielsüchtig seien. Das Ministerium hoffe, mit PlayChange Spieler davor zu bewahren, ihr Vermögen zu verspielen, Schulden anzuhäufen und Familie, Freunde oder Arbeitsplatz zu riskieren.