, 29.07.2020

Joshua Preston, Leiter der Rechtsabteilung von Crown Resorts, will nichts von möglichen Verstrickungen von Geschäftspartnern des australischen Glücksspielkonzerns ins kriminelle Milieu gewusst haben. Dies gab er bei einer öffentlichen Anhörung der Glücksspielaufsicht von New South Wales (NSW) an. Die NSW Independent Liquor and Gaming Authority prüft Vorwürfe, nach denen sich der Casinobetreiber gemeinsam mit Junket-Agenturen aus Macau unter anderem der Geldwäsche schuldig gemacht haben könnte.

 

Schwere Erinnerungslücken

 

Am Montag wurden die Befragungen im Zusammenhang mit dem Crown-Skandal fortgesetzt. Diese waren im April Corona-bedingt ausgesetzt worden. Nun musste Joshua Preston, der langjährige Chef der Rechtsabteilung des Unternehmens, erstmals öffentlich Rede und Antwort stehen.

 

Im Mittelpunkt, so lokale Medien, habe die Frage gestanden, inwieweit Crown Resorts in der Vergangenheit Kenntnis von dem Verdacht gehabt habe, dass seine Geschäftspartner in enger Verbindung zum organisierten Verbrechen stehen könnten. Der Jurist habe sich jedoch wiederholt auf Erinnerungslücken berufen:

Ich erinnere mich nicht im Einzelnen. Ich wurde vielleicht darauf aufmerksam gemacht, aber ich erinnere mich nicht speziell.

Auch habe er erklärt, nicht zu wissen, ob bzw. ab wann es interne Untersuchungen und Konsequenzen der erstmals im Jahr 2014 öffentlich gewordenen Vorwürfe gegeben habe.

 

Medienkampagne gegen Casinoriesen?

 

Die Befragung hatte sich auch auf eine Werbeanzeige [Seite auf Englisch] konzentriert, die Crown Resorts im August 2019 in mehreren australischen Zeitungen geschaltet hatte.

 

In dem ganzseitigen Statement unter der Überschrift Setting the record straight in the face of a deceitful campaign against Crown (dt. Den Sachverhalt im Angesicht einer hinterlistigen Kampagne gegen Crown richtigstellen) hatte das Unternehmen vehement kurz zuvor veröffentlichten Medienberichten widersprochen.

 

Diese hatten den Verdacht befeuert, dass das VIP-Geschäft Crowns auf mit mutmaßlich in der organisierten Kriminalität beheimateten Junket-Agenturen aus Macau beruhe. Unter anderem war der Konzern in den Verdacht geraten, diese bei der Geldwäsche unterstützt zu haben.

Die fraglichen Junket-Operatoren vermitteln Luxus-Glücksspielreisen ins Ausland an solvente Chinesen. Das Glücksspiel ist in Festland-China ebenso verboten wie dessen Organisation oder das Bewerben der Angebote. Aufgrund strenger Ausfuhrbedingungen für Bargeld versorgen Junkets die Spieler zudem in den ausländischen Casinos mit Krediten. Diese werden angeblich nach der Rückkehr teils unter Zuhilfenahme krimineller Strukturen wieder eingetrieben.

Crown Resorts hatte den Journalisten daraufhin unausgewogene und sensationsheischende Berichterstattung sowie substanzlose Anschuldigungen und Übertreibungen vorgeworfen.

 

Angesichts der Schwere der Vorwürfe leiteten australische Behörden jedoch eigene Ermittlungen ein, zu denen auch die aktuellen Befragungen gehören. Für den Casinoriesen steht dabei viel auf dem Spiel.

 

Sollten die Verantwortlichen zu dem Schluss kommen, dass der Konzern tatsächlich in illegale Aktivitäten verwickelt war, droht ihm der Lizenzentzug. Die Anhörung Prestons wird am Donnerstag fortgesetzt.