, 24.11.2021

Über 160 größtenteils konservative britische Abgeordnete und Glücksspielgegner haben sich zusammengeschlossen, um „harte“ Reformen der Glücksspielgesetzgebung zu fordern. Dazu gehöre ein Einsatzlimit von 2 GBP. Auf diese Weise soll das pathologische Glücksspiel effizient bekämpft werden, berichtete die Tageszeitung The Telegraph am heutigen Mittwoch.

 

Zu den Verfechtern der strikten Reformen sollen unter anderem der ehemalige Tory-Parteivorsitzende Iain Duncan Smith [Seite auf Englisch] sowie 18 Bischöfe gehören.

Die Festlegung eines Einsatzlimits ist in Großbritannien nichts Neues. Bereits im März 2018 hatte die britische Regierung beschlossen, die Höchsteinsätze an Fixed-Odds-Betting-Terminals (FOBTs) von 100 GBP auf 2 GBP zu reduzieren. Diese Regelung ist seit dem 1. April 2019 in Kraft. Nun könnte diese Vorgabe bald auch für weitere Formen des Glücksspiels gelten.

Strenge Vorgaben für Glücksspiel-Betreiber

In einem an The Telegraph gerichteten Brief hätten die Abgeordneten ihre Forderungen formuliert. Diese beinhielten einen Höchsteinsatz von 2 GBP pro Spielrunde sowie ein monatliches Einzahlungslimit in Höhe von 100 GBP.

 

Danach müssten Glücksspiel-Betreiber dazu verpflichtet werden, strenge Erschwinglichkeitstests durchzuführen. So werde gewährleistet, dass die Spieler nicht mehr in ihr Spiel investierten, als sie sich leisten könnten.

Bald strengere Glücksspielregulierung in Großbritannien als in Deutschland?

 

Das deutsche Glücksspielgesetz gilt als sehr restriktiv. Einsatz- und Einzahlungslimits sind überaus streng geregelt. So darf der Einsatz pro Spielrunde nicht über 1 Euro liegen. Zudem gilt ein plattformübergreifendes monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro.

Die Abgeordneten fordern zudem ein Verbot sogenannter „VIP-Programme“, bei denen Boni und weitere Anreize geboten würden, um die Kunden zum Spielen zu motivieren. Weiterhin sollen die Logos der Glücksspiel-Firmen auf Fußball-Trikots sowie Glücksspiel-Werbung in Stadien verboten werden.

 

Schwere Schäden durch Glücksspiel

In ihrem Schreiben erklärten die Glücksspielgegner, dass mehr als 55.000 Kinder im Alter von 11 bis 16 Jahren bereits spielsüchtig seien. Eine Analyse von Public Health England (PHE) habe ergeben, dass die sozialen und wirtschaftlichen Kosten des Glücksspiels mindestens 1,27 Mrd. GBP pro Jahr betrügen.

 

Die durch das Glücksspiel verursachten Probleme reichten von finanziellen Engpässen, Arbeitslosigkeit und Insolvenzen bis hin zur Zerstörung von Familien und gesundheitlichen Schäden.

 

Eine Abgabe nach dem Verursacherprinzip erachteten die Abgeordneten daher als sinnvoll. So sollen größere Glücksspiel-Konzerne dazu verpflichtet werden, mehr in Fonds einzuzahlen, um die Behandlung von Suchtkranken zu finanzieren.

 

Die Verfasser des Briefes fordern die Regierung dazu auf, bei der Umsetzung der Reform der Glücksspielgesetzgebung Mut zu zeigen:

Es ist an der Zeit, dass die Regierung das Versprechen der Konservativen aus dem Wahlprogramm 2019 einlöst, die Glücksspielgesetze zu überarbeiten, das Niveau zu heben, soziale Gerechtigkeit zu schaffen und eine bessere Zukunft für uns alle zu ermöglichen.

Kurz nachdem die Forderung der Abgeordneten nach strengeren Auflagen für Glücksspiel-Betreiber bekannt geworden war, fielen die Aktien einiger großer Glücksspiel-Unternehmen. Die Aktien von Entain fielen heute um 3,3 % auf 18,22 GBP und Flutter fiel um 2,2 % auf 10,79 GBP.

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