, 06.04.2020

Die britische Glücksspiel-Behörde UK Gambling Commission plant, Personal abzubauen. Wie die Tageszeitung The Guardian am Sonntag berichtet hat, sei den 332 Mitarbeitern mitgeteilt worden, dass eine Umstrukturierung vorgesehen sei.

 

Jahresbudget der UK Gambling Commission unzureichend

 

Wie viele Stellen im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen gestrichen werden sollen, sei den Mitarbeitern nicht mitgeteilt worden. Sie hätten lediglich erfahren, dass die Behörde künftig Änderungen in Betracht ziehe, um „agiler“ vorgehen zu können.

 

Eine der UK Gambling Commission nahestehende Quelle habe geäußert, die Entscheidung sei auf das begrenzte Jahresbudget zurückzuführen. Diese hatte der Nationale Rechnungshof National Audit Office (NAO) mit 19 Mio. GBP bereits im Februar als unzureichend eingestuft.

Der britische Rechnungshof hatte in einem Ende Februar veröffentlichten Bericht (Seite auf Englisch) festgestellt, dass das Budget in Höhe von 19 Mio. GBP nicht ausreichend sei, um den Anforderungen an die Arbeit der UK Gambling Commission gerecht zu werden. Besonders im Online-Bereich, in dem ein großer Teil der Sanktionen erfolge, werde die Aufsichts-Arbeit zunehmend komplexer und der Glücksspiel-Behörde fehlten derzeit die Mittel, um Qualifikationslücken zu schließen.

Angesichts der Tatsache, dass der Rechnungshof festgestellt habe, dass die Maßnahmen der UK Gambling Commission nicht ausreichend seien, um Spieler mit problematischem Spielverhalten zu schützen, seien Spielerschützer erstaunt über den geplanten Personalabbau.

 

Ziehen Umstrukturierungen legislative Maßnahmen nach sich?

 

Mark Gaskell, klinischer Leiter der Glücksspiel-Kliniken des nationalen Gesundheitssystems NHS im Norden des Landes sagte:

„Dies unterstreicht weiter die Notwendigkeit, dass die Regierung einen weiteren Schritt gehen und endgültige gesetzgeberische Maßnahmen ergreifen muss, um den regulatorischen Rahmen zu stärken, nicht zu schwächen.“

Für Labour-Abgeordnete Carolyn Harris sei der geplante Personalabbau ein Zeichen dafür, dass die Glücksspiel-Behörde „aufgegeben“ habe. Stattdessen hätte sie nach dem Bericht des Rechnungshofes erwartet, dass die UK Gambling Commission ihren Dienst verbessern würde, um ihre Existenz zu rechtfertigen.

 

Möglichkeiten, die UK Gambling Commission anderweitig zu finanzieren, wurden nicht erwähnt. Derzeit stammt der größte Teil des Budgets aus den Lizenzgebühren, die Glücksspiel-Betreiber zahlen.

 

Angesichts des geplanten Personalabbaus der Gambling Commission und des Berichtes des NAO bleibt abzuwarten, ob die Politik künftig legislative Maßnahmen ergreifen wird, um das Glücksspiel in Großbritannien noch strenger zu regulieren.

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