, 27.04.2019

Zwei britische Lottospieler gewannen am Ostermontag mit einem Rubbellos einen der 4 Millionen Pfund Sterling schweren Hauptpreise der Camelot-Lotterie. Der Veranstalter verweigert bisher allerdings die Auszahlung, da er Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kreditkarte hat, mit der das Los gekauft wurde.

 

Wurde das Los mit einer gestohlenen Kreditkarte gekauft?

Der 36-jährige Mark Goodram und sein 31-jähriger Freund Jon-Ross Watson aus dem bei Manchester gelegenen Bolton konnten Anfang der Woche ihr Glück zunächst kaum fassen, nachdem sie das Rubbellos in einem Supermarkt südlich von London gekauft hatten.

 

britisches Rubbellos

Die Millionen-Lotterie (Bild: national-lottery.co.uk)

Sie hatten das Ticket für 10 Pfund Sterling erworben und knackten damit den Jackpot der Camelot-Lotterie. Doch es scheint, als hätten sich die beiden Freunde zu früh gefreut, denn derzeit weigert sich Camelot, den beiden den fälligen Gewinn auszuzahlen.

 

Als Grund gibt der Lotterieveranstalter an, dass das Los mit einer fragwürdigen Kreditkarte gekauft worden sei. Da die zwei glücklichen Gewinner kein Bankkonto für die Überweisung des Gewinns angeben konnten, wurden die Verantwortlich bei Camelot misstrauisch.

 

Deshalb werde derzeit untersucht, ob die Spieler überhaupt im rechtmäßigen Besitz der Karte gewesen seien, da beide über kein gültiges Bankkonto verfügten. Dieses sei jedoch die Voraussetzung für den Besitz einer Kreditkarte.

 

Auf die Frage, wem die Karte gehöre, hätten Goodram und Watson angegeben, dass sie einem Freund namens John die 10 Pfund Sterling in bar gegeben hätten und dieser das Rubbellos in dem Geschäft mit seiner Kreditkarte bezahlt habe.

 

Die Aussage, dass ihr angeblicher Freund John wieder „in den Norden verschwunden“ sei und für Rückfragen nicht zur Verfügung stehe, erhärtete den Verdacht des Lotteriebetreibers, dass die Karte eventuell gestohlen sein könnte – was die zwei Gewinner bisher jedoch ausdrücklich bestreiten.

 

Ein Sprecher von Camelot begründete die momentane Weigerung gegenüber der Onlineausgabe der britischen Tageszeitung The Mirror folgendermaßen:

Um die Seriosität der nationalen Lotterie zu bewahren, spielen unsere Sicherheitsvorkehrungen bei der Prüfung und Bestätigung von Gewinnen eine entscheidende Rolle. Sollte es berechtigte Zweifel an der Gültigkeit eines Anspruchs geben, leiten wir eingehende Untersuchungen ein, um sicherzustellen, dass wir den Gewinn an den rechtmäßigen Besitzer des Loses auszahlen.

Beide sind vorbestraft

Das Misstrauen der Veranstalter von Camelot gegenüber den beiden Gewinnern in spe kommt jedoch nicht von ungefähr: Sowohl Watson als auch Goodram seien Medienberichten zufolge bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen.

Camelot weist in seinen AGB ausdrücklich darauf hin, dass keine Gewinne an Einreicher von gestohlenen oder manipulierten Losen ausgezahlt würden. Beides komme dem Anbieter zufolge relativ oft vor. Dass Tickets mit gestohlenen Kreditkarten gekauft würden, sei jedoch eher die Ausnahme.

Demnach sei Jon-Ross Watson bereits 2017 in seiner Heimatstadt Bolton auf einer ‘Most Wanted-List’ aufgeführt gewesen‚ da gegen ihn ein Haftbefehl wegen Einbruchdiebstahls vorgelegen habe.

 

Auch gegen seinen Freund Mark Goodram sei vielfach ermittelt worden. Recherchen der Bolton News ergaben, dass der ehemalige Drogensüchtige in der Vergangenheit unter anderem wegen Einbrüchen, Diebstählen und unerlaubtem Waffenbesitz verurteilt worden sei [Seite auf Englisch].

 

Die Tatsache, dass die beiden insgesamt weit über 50 Mal im Mittelpunkt polizeilicher Ermittlungen standen, ließ bei Camelot sämtliche Alarmglocken schrillen.

 

Die Gewinner feierten bereits kräftig

Nach Angaben eines Sprechers dauerten die Untersuchungen weiterhin an. Derzeit könne deshalb nicht abschließend verkündet werden, ob und wann die Lottogesellschaft den Millionengewinn an Goodram und Watson auszahlen werde.

 

Die verweigerte Auszahlung hielt die zwei Freunde jedoch nicht davon ab, den bevorstehenden Geldsegen ausgiebig zu feiern. Bei Facebook posteten sie diverse Fotos, die sie in Bars und auf der Straße mit teuren Champagnerflaschen und Cocktails oder mit Bündeln von Pfundnoten zeigen.

 

Der Tageszeitung The Sun gegenüber sagte Goodram:

Das ist einfach brilliant! Wir haben ausgesorgt und ich kann es nicht abwarten, das Geld auszugeben. Ich werde mir ein Luxushaus kaufen und es mir gutgehen lassen.

Sein Freund Watson fügte hinzu, dass sie vor Glück auf der Straße geschrien hätten und dass ihnen das Geld zustehe, da sie “fair gewonnen” hätten. Genau das bezweifeln die Verantwortlichen von Camelot.