, 24.03.2020

Die Corona-Krise sorgt auch in britischen Supermärkten für leere Regale. Um die Not zu lindern, spendete eine Lottogewinnerin aus dem Norden des Landes spontan die Kartoffelernte ihrer Farm.

 

Ein Zeichen gegen den Egoismus

Susan Herdman erklärte, dass sie sich zu dieser Aktion entschlossen habe, nachdem sie von den Hamsterkäufen vieler Briten erfahren habe, was vielerorts zu leeren Supermärkten führte. Gegenüber lokalen Medien sagte sie, dass sie von diesem selbstsüchtigen Verhalten schockiert sei:

Ich verstehe egoistische Leute nicht. Ich war mein ganzes Leben lang eine Geberin. Für mich ist das keine große Sache, wir haben nur Kartoffeln verschenkt.

Die 51-Jährige hatte im Jahr 2010 1,2 Mio. GBP im Lotto gewonnen und sich daraufhin einen Traum wahr gemacht: Sie gab ihren Friseursalon auf und war mit ihrer Familie auf eine nahegelegene Farm gezogen.

 

Seitdem bewirtschaftet sie dort 27 Hektar mit dem Anbau von Gemüse und Kartoffeln. Mit ihrer Geste wolle sie bedürftige Familien unterstützen, die aufgrund der verhängten Ausgehbeschränkungen Probleme hätten, an Lebensmittel zu gelangen.

 

Um Mitbürger auf ihre Spende aufmerksam zu machen, postete Susan Herdman eine Nachricht auf Facebook. Diese sei vielfach geteilt worden, sodass die Reaktion die Frau schier überwältigt habe.

 

Säckeweise verschenkte Kartoffeln

Ihren Angaben zufolge habe sie mit ihrer Familie das gesamte Wochenende auf den Feldern verbracht, um Kartoffeln zu ernten und den Bedürftigen nach Hause zu liefern. Darüber hinaus habe sie Freiwilligen Gelegenheit gegeben, die Kartoffeln zu bestimmten Zeiten selbst auf der Farm zu ernten.

Seit Montag Abend gelten auch in Großbritannien strikte Ausgangsbeschränkungen. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, verhängte Premier Boris Johnson eine dreiwöchige Ausgangssperre. Er erklärte, die Leute sollten zu Hause bleiben und dass alle Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienten, mit sofortiger Wirkung geschlossen würden.

Zudem stellte Susan Herdman in dem nahegelegenen Boroughbridge einen Sack mit den Erdäpfeln auf, aus dem sich jeder bedienen konnte. Auf diese Weise habe Susan Herdman inzwischen Tausende von Kartoffeln verschenkt.

 

Seitdem werde sie von positiven Rückmeldungen überflutet, in denen viele ihr ihren Dank übermittelten. Sie freue sich, dass sie einigen Menschen in diesen Zeiten zu einem Lächeln verholfen habe, so die spendable Farmerin.