, 16.03.2020

Das Coronavirus hält die deutsche Glücksspielindustrie in Atem. Bundesweit haben Spielbanken am Wochenende ihren Spielbetrieb eingestellt oder stark reduziert.

 

In der Hauptstadt Berlin wurden zum Samstag alle Versammlungen mit mehr als 50 Personen untersagt. In der Folge kam es zur Schließung von Spielhallen und Wettbüros.

 

Spielbanken in vielen Bundesländern geschlossen

 

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, haben viele Glücksspielanbieter ihre Pforten für Besucher geschlossen. Die Spielbank Berlin, die am vergangenen Donnerstag noch keinerlei Einschränkungen für den Spielbetrieb angekündigt hatte, schloss zum Freitag all ihre Standorte auf unbestimmte Zeit.

Andere Länder schließen Casinos

Zur Schließung von Casinos kam es mittlerweile nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Tschechien, der Slowakei, den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und Frankreich.

Auch in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben sich die Glücksspielanbieter entschieden, ihre Häuser zu schließen.

 

Der nordrhein-westfälische Casino-Betreiber WestSpiel pausiert den Spielbetrieb in allen sechs Einrichtungen, teilte aber noch nicht mit, wann mit einer Wiedereröffnung der Spielstätten zu rechnen sei.

 

Mit vorrübergehenden Standortschließungen reagierten außerdem die Spielbanken Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein. Von der Spielbanken SH GmbH hieß es am Freitag:

„Aufgrund der Besorgnis um eine zunehmende Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 hat die Landesregierung Schleswig-Holstein beschlossen, die Casinos in Schleswig-Holstein ab dem 14.03.2020 für zunächst 14 Tage (bis einschließlich 28.03.2020) zu schließen. Damit soll zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus und damit zur Entlastung der Gesundheitssysteme beigetragen werden.“

Mit dem Vorgehen wolle das Casino seine Kunden und Mitarbeiter schützen.

 

Von einer Kompletteinstellung des Spielbetriebs scheinen derzeit nur wenige Casino-Unternehmen zurückzuschrecken. So wurden im Casino Halle (Saale) zwar Automatenspiele und Poker-Turniere wegen des Coronavirus ausgesetzt, Poker-Cash-Games sollen aber bis auf Weiteres stattfinden dürfen.

 

Wettbüros und Spielhallen machen dicht

 

Zu Schließungen von Spielhallen und Wettbüros ist es mittlerweile in Berlin und Nordrhein-Westfalen gekommen.

 

In der Rheinmetropole Köln sind das Automatenspiel und die Annahme von Wetten bis einschließlich 10.04.2020 untersagt. Nicht auszuschließen ist, dass andere Bundesländer dem Vorbild folgen.

 

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Maßnahmen für staatliche und private Glücksspielanbieter haben werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die Glücksspielbranche setzt in Deutschland jährlich bis zu 46 Milliarden Euro um. Ein Großteil dieser Einnahmen könnte zum Jahresende fehlen.