Samstag, 03. Dezember 2022

BZgA informiert am Aktionstag Glücksspielsucht 2022 über Risiken von Online-Sportwetten

Frau am Spielautomaten Spielsucht kann Folgen für das berufliche und private Umfeld des Spielers nach sich ziehen. (Bild: unsplash.com, Erik McLean)

Am Mittwoch, den 28. September 2022, findet bundesweit der Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wolle in Kooperation mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Aufklärungsarbeit zu verschiedenen Themenbereichen leisten.

Zu den Schwerpunkten sollen neben den Gefahren der Online-Sportwetten auch der Einfluss glücksspielsuchtbelasteter Familien auf Kinder und Glücksspielwerbung gehören, erklärte die BZgA in ihrer Pressemitteilung vom Montag.

Seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 sind Sportwetten im Internet in Deutschland erlaubt. Das Risiko, ein problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten zu entwickeln, sei bei Spielenden von Online-Glücksspielen und -Sportwetten besonders hoch, kommentiert der Kommissarische Direktor der BZgA Prof. Dr. Martin Dietrich.

Gründe seien nach Ansicht des Experten die ständige Verfügbarkeit der Angebote sowie die in Aussicht gestellten hohen Gewinne. Laut BZgA-Glücksspielsurveys müsse bundesweit von etwa 229.000 problematisch und 200.000 wahrscheinlich pathologisch Glücksspielenden ausgegangen werden.

Dazu sagte Prof. Dr. Dietrich:

Deshalb ist es so wichtig, für die Risiken von Glücksspielen zu sensibilisieren und rechtzeitig gegenzusteuern. Dabei unterstützen wir mit unseren Angeboten, beispielsweise einem Online-Programm, mit dem Änderungen im Glücksspielverhalten unterstützt werden.

Auf der Webseite „Check dein Spiel“ können sich Interessierte über den verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspielen informieren. Zu den Angeboten gehört ein Online-Selbsttest sowie das kostenfreie Online-Verhaltensänderungsprogramm „Check Out“. Darüber hinaus stehen Hilfs- und Beratungsangebote für Angehörige zur Verfügung.

Bayerischer Automaten-Verband setzt auf Aufklärung und Prävention

Die Sensibilisierung und Aufklärung der breiten Öffentlichkeit zum Thema Glücksspiel und Sportwetten seien vor allem daher wichtig, da nicht nur einzelne Personen betroffen seien, sondern auch ihr berufliches und privates Umfeld.

Insbesondere Kinder aus glücksspielsuchtbelasteten Familien seien stark belastet. Diese seien stärker gefährdet, im Erwachsenenalter an psychischen Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen zu leiden. Auch die Gefahr, selbst ein Suchtverhalten zu entwickeln, sei höher.

Aus diesem Grunde sei es essenziell, bereits frühzeitig Informations-, Aufklärungs- und Präventionspolitik zu betreiben, erklärte Andy Meindl, Präsident des Bayerischen Automaten-Verband e.V. (BAV). Diesbezüglich sei es unerlässlich, dass die Verbraucher zertifizierte und legale Spielangebote von illegalen Angeboten unterscheiden könnten.

Meindl bezieht sich bei seiner Aussage insbesondere auf die sogenannten „Fungames“, die legalen Glücksspielangeboten ähnlich seien und die gesetzlichen Vorgaben in massiver Weise umgingen.

Dort gebe es weder Verlust- noch Einsatzgrenzen. Einsätze von bis zu 500 Euro pro Spielrunde und Verluste von 3.000 Euro innerhalb von vier Stunden seien möglich. Bei legalen Spielangeboten setze dies eine Spielzeit von mindestens 50 Stunden voraus.

Meindl gehe davon aus, dass derzeit rund 70.000 illegale Geldspielgeräte am Markt seien. Dies habe schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Folgen:

Deshalb können wir nicht genug betonen, von welch fundamentaler Bedeutung es ist, den Verbraucher immer und immer wieder kompetent und umfassend zu den Themen 'sicheres Spiel' und 'professionelle Prävention' zu informieren.

Diese Praxis habe beim BAV eine lange Tradition, erklärte Meindl. Zudem setze der Verband auf die Zertifizierung seiner Spielhallen. Dadurch sei die Erfüllung zahlreicher Qualitätskriterien wie professioneller Spielerschutz, Präventionsschulungen, fachkundig geschultes Personal und Sozialkonzepte gewährleistet.