, February 5, 2019

In Kanada hat der Cannabis-Hersteller Weekend Unlimited die begehrte POT-Lotterie gewonnen und notiert nun unter dem Symbol „POT“ an der Börse. Die Lotterie war von kanadischen Börsen infolge des hohen Interesses an dem Aktien-Symbol ausgerichtet worden. Nachdem am Freitag bekanntgeben wurde, dass Weekend Unlimited die Lotterie gewonnen hat, legte die Aktie im Tagesverlauf +148 Prozent zu.

 

Lotterie um begehrtes Aktiensymbol

 

Das Aktiensymbol „POT“ war Anfang des Jahres 2018 frei geworden, nachdem der Bergbau- und Chemiekonzern Potash Corporation of Saskatchewan mit dem Unternehmen Agrium Inc. fusionierte. Seit dem Zusammenschluss wird das Unternehmen, das sich nun Nutrien Ltd. nennt, an der Börse unter NTR gehandelt.

 

Kanadische Börse Toronto Stock Exchange

Die POT-Lotterie wurde unter anderem vom Toronto Stock Exchange initiiert. (Bild: Wikipedia)

Das Interesse an dem frei gewordenen Aktiensymbol POT war seitdem so groß, dass sich die kanadischen Börsen zu einer Verlosung per Lotterie entschieden. Die Sammellotterie wurde von dem Canadian Securities Exchange, dem Toronto Stock Exchange, dem TXS Venture Exchange und dem Aequitas NEO Exchange durchgeführt.

 

Interessierte Unternehmen hatten bis zum 29. Januar Gelegenheit, sich für die Teilnahme and der Lotterie zu registrieren.

 

Nach den geltenden Regeln muss ein Aktiensymbol mindestens 53 Wochen lang inaktiv sein, bevor es für ein neues Unternehmen zur Verfügung steht. Die plötzliche Verfügbarkeit von „POT“ hatte den Appetit zahlreicher kanadischer Cannabisfirmen geweckt. Daher hatten sich die Börsen nach der Wartezeit von 13 Monaten für die ungewöhnliche Vergabe per Lotterie entschieden.

 

Normalerweise versuchen Unternehmen, ein Aktiensymbol zu erhalten, das eine abgekürzte Version ihres Firmennamens darstellt, beispielsweise MSFT für Microsoft. Das Symbol „POT“ jedoch hat Kultstatus. Es steht für Cannabis, aber auch für „Hasch“, „Gras“, „Kiff“ oder „Marihuana“. In Amerika wird das Wort „pot“ seit den 30er Jahren verwendet. Es stammt vom spanischen Wort „potiguaya“ ab, das für „Cannabis-Blätter“ steht.

 

Weekend Unlimited handelt unter „POT“

 

Bislang war die Weekend Unlimited unter dem Namen YOLO an der Börse notiert. Das Symbol hatte für „You Only Live Once“ gestanden.

Über Weekend Unlimited Inc.

 

Weekend Unlimited ist ein Cannabis-Unternehmen, das Lifestyle-Marken entwickelt. Dabei stehen Wellness- und Freizeit-Produkte rund um Cannabis im Mittelpunkt. Zu den Marken des Unternehmens zählt unter anderem Northern Lights Supply.

 

Dieses Cannabis-Einzelhandelsgeschäft ist in Kanada beispielsweise am Flughafen von Edmonton und in den Städten Leduc und Beaumont zu finden. Heute hat Weekend Limited bekanntgegeben, dass Northern Lights Supply eine von zehn Lizenzen für den Betrieb eines Cannabis-Geschäfts in Alberta erhalten hat.

Paul Chu, der Geschäftsführer von Weekend Unlimited, äußerte sich zum neuen Aktiensymbol wie folgt:

„Weekend Unlimited ist begeistert, das ikonische POT-Aktiensymbol zum Teil seiner Identität zu machen. Als schnell wachsendes Unternehmen, das in mehreren Staaten tätig ist, entwickelt Weekend Unlimited Lifestyle-Marken rund um Freizeit und Wellness, die die Zukunft der Cannabis-Industrie mitgestalten. Das POT-Symbol passt unglaublich gut zu unserer Marken-Identität.“

Am vergangenen Montag wurden die Aktien der Weekend Unlimited erstmals unter dem neuen Symbol gehandelt. Nach der Eröffnung schoss der Aktienkurs in die Höhe. Im Laufe des Tages stieg er bei Tradegate von 0,09 Euro auf 0,30 Euro an.

 

Experten verfolgen die Entwicklungen mit Spannung, denn der Cannabis-Sektor steht stark im Fokus, seitdem Cannabis im Jahr 2018 in Kanada legalisiert wurde. Ob der Erfolg der Weekend Unlimited nachhaltig ist, bleibt nach Meinung von Branchenexperten abzuwarten.

 

Die Legalisierung von Cannabis in Kanada

 

Cannabis ist in Kanada seit Oktober 2018 legal. Erwachsene dürfen hier bis zu 30 Gramm Marihuana kaufen und konsumieren. Die Altersgrenze ist dabei allerdings je nach Provinz unterschiedlich.

 

In den Provinzen Alberta, Manitoba, Ontario, Prince Edward Island, Québec und Saskatchewan ist man in Kanada mit 18 Jahren volljährig, in den anderen Provinzen erst mit 19 Jahren. Verboten bleibt in Kanada die Ein- und Ausfuhr von Marihuana, der private Anbau allerdings ist erlaubt.

 

Nach Uruguay war Kanada das zweite Land, das den Cannabis-Anbau und -Verkauf legalisierte. In Deutschland ist Cannabis seit März 2017 als medizinisches, verschreibungspflichtiges Produkt legal erhältlich. Die Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis ist damit in der Bundesrepublik jedoch noch nicht beendet.

 

So hatte der CDU-Politiker Erwin Rüddel im September des vergangenen Jahres mit einer liberalen Haltung überrascht. Er hatte sich der Deutschen Apotheker Zeitung gegenüber wie folgt geäußert:

„Ich hätte gerne mit Hilfe eines Modellversuches Klarheit darüber, welche Auswirkungen eine veränderte Drogenpolitik haben könnte, um dadurch auch die Diskussion zu versachlichen.“

Während viele Gegner der Legalisierung anführen, dass die Zahl der Konsumenten und mit ihnen die Zahl der Abhängigen steigen könnte, weisen Befürworter häufig darauf hin, dass Strafverfolgung nicht der Hauptgrund für eine Ablehnung von Drogenkonsum sei. Ein wichtiges Argument für die Legalisierung gelten neben Sicherheitsaspekten die Steuereinnahmen und der Wirtschaftsfaktor.