, 06.01.2021

Der Glücksspielkonzern Landing International Development ist derzeit auf der Suche nach einem millionenschweren Geldbetrag. Wie der in Hongkong beheimatete Casino-Betreiber am Dienstag bekanntgab, seien im konzerneigenen Jeju Shinhwa World Resort Casino in Südkorea über den Jahreswechsel 14,56 Mrd. Südkoreanische Won (10,87 Mio. Euro) verschwunden. Zudem könne ein Angestellter, der für die hohe Bargeldsumme zuständig gewesen sei, momentan nicht gefunden werden.

 

Am Montag informierte das börsennotierte Unternehmen die zuständige Börse in Hongkong [Seite auf Englisch] über die Suche. Demnach sei die Summe über die Feiertage “verloren gegangen”.

 

In einer Erklärung gab Landing an:

Das Management sammelt derzeit Informationen in Bezug auf den Vorfall und untersucht die Angelegenheit.

Die zuständigen Mitarbeiter von Landing hätten die südkoreanische Polizei umgehend über den Fehlbetrag in Kenntnis gesetzt. Diese habe die Ermittlungen übernommen. Sie prüfe derzeit die Umstände, die zum Verlust der Millionensumme geführt haben könnten.

 

Eine besondere Rolle könne dem für das Geld verantwortlichen Mitarbeiter zukommen. Dieser sei trotz vielfacher Versuche vonseiten des Casino-Betreibers nicht erreichbar.

 

Verlustreiches Jahr 2019

Für Landing ist der nun abhanden gekommene Betrag ein weiterer Beleg für ein rabenschwarzes Geschäftsjahr. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen und Einreisesperren hatte der Konzern viele seiner Casinos zeitweise schließen oder die Anzahl der Spieler limitieren müssen.

In Südkorea sind Lotterien und Sportwetten auf Pferde-, Fahrrad- und Ruderbootrennen legal. Andere Glücksspiele sind für die Bevölkerung jedoch strikt verboten. Neben Landings Casino auf der Insel Jeju dürfen die zahlreichen weiteren Casinos des Landes deshalb nur von ausländischen Spielern besucht werden. Südkoreaner müssen für das Casino-Spiel auf Standorte in Macau oder auf den Philippinen ausweichen.

Die Casino-Schließungen hatten dazu geführt, dass Landing im vergangenen August einen Halbjahresverlust von umgerechnet 83 Mio. Euro ausweisen musste. Aus diesem Grund hatte das Management beschlossen, den geplanten Ausbau des Jeju-Casinos auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

 

Die Maßnahme sollte dazu führen, dem Unternehmen in den schweren Zeiten eine “gesunde Liquidität” zu verschaffen. Wie es aktuell scheint, muss Landing einen Teil dieser Reserve allerdings vorerst abschreiben.