Dienstag, 04. Oktober 2022

Casinos in Baden-Württemberg machen Verluste

Ein Roulettetisch in einem Casino|Ein leerer Spieltisch|Ein leerer Spieltisch

Die Spielbanken im Bundesland Baden-Württemberg haben aufgrund der Corona-Krise wirtschaftliche Verluste erlitten. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Sonntag gemeldet hat, seien die Bruttospielerträge in den Spielbanken Konstanz, Baden-Baden und Stuttgart im ersten Halbjahr 2020 auf 24,1 Millionen Euro zurückgegangen. Dies bedeute einen Umsatzverlust von 34,5 %.

Otto Wulferding, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Spielbanken, habe gegenüber der dpa eingeräumt, dass sich die Ergebnisse im „Verlauf des Jahres nicht mehr aufholen“ ließen.

Aufgrund der Corona-Pandemie waren die Spielbanken im Land Baden-Württemberg ab dem 13. März geschlossen worden. Zwischenzeitlich seien bis zu 80 % der Mitarbeiter in Kurzarbeit beschäftigt gewesen. Erst seit dem 13. Mai durften die Häuser wieder für das Automatenspiel öffnen. Das klassische Casino-Spiel wurde am 25. Mai fortgesetzt.

Noch im Jahr 2019 hatten die Baden-Württembergischen Spielbanken ein Bestergebnis erzielt und 107 Millionen Euro umgesetzt (2018: 90,2 Millionen Euro). Damit waren die Casinos im Südwesten bundesweit auf Platz 2 der umsatzstärksten Spielbankengesellschaften. Die Besucherzahlen beliefen sich auf 295.383 und waren damit um 10,3 % höher als im Jahre 2018.

Gäste der Spielbanken bleiben aus

Laut dem Bericht sei die ausbleibende Kundschaft derzeit ein großes Problem für die Spielbanken in Baden-Württemberg. Zwar hätten Stammgäste die Spieleinrichtungen zur Wiedereröffnung wiederholt besucht, Besuche von Touristen blieben jedoch weitestgehend aus, habe Wulferding der dpa erklärt:

„Allerdings vermissen wir immer noch viele Besucher aus dem benachbarten Ausland oder Messebesucher und Geschäftsreisende.“

In Stuttgart fehle außerdem das Laufpublikum, das kulturelle Einrichtungen besucht und „sonst immer gerne einen Abstecher in die Spielbank“ gemacht habe.

Profitiert hätten während der Corona-Pandemie vor allem Glücksspielanbieter im Internet. Noch im Februar dieses Jahres hatte der Spielbanken-Chef deren Bedeutung relativiert. „Bei aller Konkurrenz durch Online-Glücksspiele“, so Wulferding damals, schätzten Besucher „das Lebens- und Spielgefühl in den Casinos.“

Ob sich dies bei den Spielbanken Baden-Württemberg bald wieder in steigenden Umsatz- und Spielerzahlen niederschlagen wird, bleibt abzuwarten.